Impressionen Praxis Dunja Schmidt
Essen kann etwas Alltägliches sein. Genuss. Versorgung. Gemeinschaft.
Für Menschen mit einer Essstörung oder einem stark belasteten Essverhalten kann Essen jedoch zum täglichen inneren Kampf werden.
Gedanken kreisen möglicherweise ständig um:
Manche Menschen versuchen, ihr Essen immer stärker zu kontrollieren.
Andere erleben wiederkehrende Essanfälle und das Gefühl, die Kontrolle vollständig zu verlieren.
Wieder andere wechseln zwischen Restriktion, Essdruck, Kontrollverlust und Selbstvorwürfen.
Nach außen bleibt vieles lange unsichtbar.
Im Inneren kann jedoch ein quälender Kreislauf entstehen.
Medizinische Hypnotherapie kann bei Essstörungen und belastetem Essverhalten nicht als schnelle oder alleinige Lösung eingesetzt werden.
Sie ersetzt keine notwendige essstörungsspezifische Psychotherapie, keine medizinische Diagnostik und kein körperliches Monitoring.
Bei sorgfältiger Prüfung des medizinischen Risikos, des Behandlungssettings und der erforderlichen fachärztlichen beziehungsweise essstörungsspezifischen Mitbehandlung können hypnotherapeutische Elemente in Einzelfällen ergänzend an Themen ansetzen wie:
zu arbeiten.
Dabei gilt:
Nicht das Gewicht steht im Mittelpunkt der hypnotherapeutischen Arbeit, sondern der Mensch und sein individueller Umgang mit Essen, Körper, Gefühlen und innerer Belastung.
Essstörungen können sehr unterschiedlich aussehen. Manche Menschen essen immer weniger. Andere erleben wiederkehrende Essanfälle. Manche versuchen anschließend, das Gegessene durch Erbrechen oder andere kompensatorische Verhaltensweisen auszugleichen. Andere leben jahrelang mit belastenden Mustern, ohne dass sie sich selbst eindeutig einer bestimmten Diagnose zuordnen können.
Gemeinsam kann vielen Betroffenen sein: Essen ist nicht mehr einfach Essen.
Es wird verbunden mit:
Der Alltag kann zunehmend davon bestimmt werden.
Was darf ich essen?
Was habe ich gegessen?
Was werde ich später essen?
War es zu viel?
War es zu wenig?
Habe ich versagt?
Wie sieht mein Körper aus?
Was denken andere über mich?
Diese ständige innere Beschäftigung kann außerordentlich belastend sein.
Eine Essstörung entsteht nicht deshalb, weil ein Mensch „zu wenig Disziplin“ hat.
Und sie verschwindet nicht einfach durch den Rat:
„Iss doch einfach normal.“
oder:
„Du musst dich nur besser kontrollieren.“
Essstörungen sind komplexe psychische Erkrankungen.
Dabei können unterschiedliche Faktoren zusammenwirken.
Zum Beispiel:
Nicht bei jedem Menschen spielen dieselben Faktoren eine Rolle.
Deshalb gibt es auch keine einfache Erklärung und keine Behandlung, die für alle gleichermaßen passt.
Das sichtbare Essverhalten ist häufig nur ein Teil des Problems. Hinter oder neben dem Essverhalten können Themen stehen wie:
Dabei sollte nicht vorschnell behauptet werden:
„Die Essstörung hat diese eine psychische Ursache.“
Menschen sind unterschiedlich. Auch die Funktion eines bestimmten Essverhaltens kann individuell sehr verschieden sein. Die zentrale therapeutische Frage lautet deshalb nicht: „Warum machen Sie das?“
Sondern zunächst: „Was geschieht bei Ihnen – und was hält den belastenden Kreislauf aufrecht?“
Zu den bekannten Essstörungen gehören insbesondere:
Daneben gibt es:
Eine Selbstdiagnose anhand einzelner Symptome reicht nicht aus.
Die genaue Einordnung sollte fachlich erfolgen.
Bei einer Anorexia nervosa können unter anderem eine ausgeprägte Einschränkung der Nahrungsaufnahme, ein niedriges Körpergewicht und eine intensive Beschäftigung mit Gewicht und Körperform eine Rolle spielen.
Die Erkrankung kann mit einem starken Bedürfnis nach Kontrolle verbunden sein.
Mögliche Gedanken sind:
Von außen kann das Verhalten manchmal wie Konsequenz oder Disziplin wirken.
Im Inneren kann jedoch große Angst bestehen.
Die Erkrankung kann erhebliche körperliche Folgen haben.
Deshalb gilt:
Bei Anorexia nervosa hat die körperliche Sicherheit immer Vorrang.
Hypnotherapie darf nicht dazu eingesetzt werden:
Eine ergänzende hypnotherapeutische Behandlung kommt nur infrage, wenn die individuelle Situation dies zulässt und die notwendige essstörungsspezifische sowie medizinische Behandlung gewährleistet ist.
Bei einer Bulimia nervosa können wiederkehrende Essanfälle mit dem Gefühl von Kontrollverlust auftreten.
Darauf können kompensatorische Verhaltensweisen folgen.
Zum Beispiel:
Für viele Betroffene entsteht ein quälender Kreislauf:
Das Verhalten bleibt häufig lange geheim.
Viele Betroffene empfinden große Scham.
Gerade diese Heimlichkeit kann die Erkrankung zusätzlich stabilisieren.
Auch bei Bulimie können erhebliche körperliche Risiken entstehen.
Deshalb ist eine angemessene medizinische Abklärung und Begleitung wichtig.
Bei einer Binge-Eating-Störung treten wiederkehrende Essanfälle mit dem Gefühl von Kontrollverlust auf. Im Unterschied zur Bulimie stehen regelmäßige kompensatorische Maßnahmen wie selbst herbeigeführtes Erbrechen nicht im gleichen charakteristischen Muster. Viele Betroffene erleben:
Nach einem Essanfall entsteht möglicherweise der Vorsatz: „Ab morgen kontrolliere ich mich endlich besser.“
Dann folgen:
Und möglicherweise ein weiterer Kontrollverlust. So kann sich ein Kreislauf aus Kontrolle und Kontrollverlust entwickeln.
Nicht jeder Mensch, der unter seinem Essverhalten leidet, erfüllt eindeutig die Kriterien einer bestimmten Essstörung.
Trotzdem können Beschwerden erheblich sein.
Zum Beispiel:
Auch solche Muster verdienen eine sorgfältige Einordnung.
Dabei ist wichtig, nicht vorschnell aus einem einzelnen Verhalten eine Diagnose abzuleiten.
Essstörungen sind nicht ausschließlich psychische Erkrankungen im Sinne eines rein inneren Erlebens. Sie können erhebliche körperliche Auswirkungen haben.
Je nach Erkrankung und individuellem Verlauf können beispielsweise auftreten:
Nicht jede betroffene Person hat dieselben Risiken.
Aber gerade weil schwerwiegende körperliche Veränderungen von außen nicht immer zuverlässig erkennbar sind, kann eine ärztliche Beurteilung notwendig sein.
Ein wichtiges Missverständnis lautet:
„Wer nicht stark untergewichtig ist, kann keine ernsthafte Essstörung haben.“
Das ist falsch.
Essstörungen können bei sehr unterschiedlichen Körpergewichten auftreten.
Auch ein äußerlich unauffälliges Gewicht schließt:
nicht aus.
Deshalb sollte die Ernsthaftigkeit einer Erkrankung nicht allein anhand des äußeren Erscheinungsbildes beurteilt werden.
Vor oder parallel zu einer hypnotherapeutischen Begleitung muss geklärt werden, ob medizinische Risiken bestehen.
Je nach Situation können relevant sein:
Dabei geht es nicht um Kontrolle oder Bestrafung. Es geht um Sicherheit. Bei körperlicher Gefährdung hat Stabilisierung Vorrang.
Viele Menschen mit belastetem Essverhalten erleben Kontrolle zunächst als hilfreich. Regeln können Sicherheit vermitteln.
Zum Beispiel:
Das Problem kann entstehen, wenn Regeln immer rigider werden. Dann wird aus Orientierung möglicherweise Zwang. Aus Kontrolle wird Angst vor Kontrollverlust. Aus einer einzelnen Regel entsteht ein immer engeres System. Ein therapeutisches Ziel kann deshalb sein, nicht einfach: „mehr Kontrolle“ aufzubauen.
Denn gerade bei Essstörungen kann noch mehr Kontrolle Teil des Problems sein.
Ein möglicher Kreislauf kann so aussehen:
Dieser Kreislauf kann sich immer weiter verstärken.
Ein hilfreicher therapeutischer Ansatz besteht deshalb häufig nicht darin:
noch disziplinierter zu werden.
Sondern darin, die Muster zu verstehen, die Kontrolle und Kontrollverlust miteinander verbinden.
Essen kann unterschiedliche Funktionen übernehmen. Manche Menschen erleben, dass sie besonders dann essen, wenn sie:
sind.
Das bedeutet nicht automatisch, dass jede Form von emotionalem Essen eine Essstörung ist. Menschen essen aus vielen Gründen. Problematisch kann es werden, wenn Essen zunehmend zur einzigen oder wichtigsten Möglichkeit wird, mit belastenden inneren Zuständen umzugehen. Dann kann ein therapeutisches Ziel sein: mehr Möglichkeiten der Emotionsregulation zu entwickeln.
Manche Betroffene beschreiben vor einem Essanfall einen zunehmenden inneren Druck. Gedanken kreisen. Die Aufmerksamkeit verengt sich. Der Impuls zu essen wird immer stärker.
Irgendwann entsteht das Gefühl:
„Jetzt kann ich sowieso nicht mehr aufhören.“
Nach dem Essanfall folgen möglicherweise:
Hypnotherapeutische Arbeit kann bei geeigneter Indikation dabei unterstützen, innere Spannungszustände früher wahrzunehmen und andere Regulationsmöglichkeiten aufzubauen.
Sie kann jedoch nicht garantieren, Essanfälle zu verhindern.
Essstörungen sind häufig mit großer Scham verbunden. Betroffene schämen sich möglicherweise:
Dadurch wird vieles verborgen. Nach außen scheint vielleicht alles in Ordnung. Im Inneren bestimmt die Erkrankung jedoch zunehmend den Alltag. Eine gute Behandlung sollte deshalb nicht mit:
arbeiten.
Die Frage lautet nicht: „Warum reißen Sie sich nicht zusammen?“
Sondern: „Was hält dieses Muster aufrecht — und was kann Ihnen helfen, daraus schrittweise herauszukommen?“
Menschen sehen ihren Körper nicht vollkommen objektiv. Körperbild umfasst unter anderem:
Bei Essstörungen kann das Verhältnis zum eigenen Körper stark belastet sein. Manche Betroffene erleben:
Hypnotherapeutische Arbeit kann bei geeigneter Indikation ergänzend an Körperwahrnehmung und dem emotionalen Verhältnis zum eigenen Körper ansetzen. Dabei geht es nicht darum, einen Menschen zu überzeugen: „Sie müssen Ihren Körper einfach schön finden.“
Ein realistischerer therapeutischer Schritt kann zunächst sein: den eigenen Körper weniger feindselig und weniger ausschließlich bewertend wahrzunehmen.
Bei manchen Menschen wird der eigene Wert immer stärker mit:
verknüpft.
Dann kann eine Zahl auf der Waage scheinbar darüber entscheiden:
Eine wichtige therapeutische Aufgabe kann darin bestehen, Selbstwert wieder auf eine breitere Grundlage zu stellen.
Ein Mensch ist mehr als:
Medizinische Hypnotherapie ist bei Essstörungen keine eigenständige Standard- oder alleinige Hauptbehandlung.
Sie kann bei sorgfältig geprüfter Indikation als ergänzender psychotherapeutischer Zugang eingesetzt werden.
Mögliche therapeutische Ziele können sein:
Entscheidend sind:
Essverhalten kann mit innerer Anspannung verbunden sein. Hypnotherapeutische Verfahren können dabei unterstützen, bewusst Zugang zu anderen Regulationszuständen zu entwickeln. Mögliche Elemente sind:
Das Ziel ist nicht: „Der Essimpuls wird einfach weghypnotisiert.“
Sondern: „Ich kann lernen, innere Zustände früher wahrzunehmen und mehr Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln.“
Belastende Essmuster können sehr schnell ablaufen.
Zum Beispiel:
Therapeutische Arbeit kann helfen, diese Kette genauer zu verstehen.
Je früher ein Muster wahrgenommen wird, desto eher können zusätzliche Handlungsmöglichkeiten entstehen.
Wenn Essen, Nicht-Essen oder andere essstörungstypische Verhaltensweisen eine Funktion bei der Regulation von Gefühlen übernehmen, reicht der Rat: „Tun Sie es einfach nicht.“ häufig nicht aus.
Es müssen andere Möglichkeiten entwickelt werden. Zum Beispiel:
Hypnotherapie kann dabei ein ergänzender Zugang sein.
Nach einem Essanfall oder einem als „Fehler“ bewerteten Essen können Gedanken entstehen wie:
Solche Selbstangriffe können neue Belastung erzeugen. Und neue Belastung kann den nächsten problematischen Kreislauf begünstigen.
Ein therapeutischer Ansatz kann deshalb darin bestehen, Selbstabwertung nicht als Motivation zu benutzen.
Denn Veränderung muss nicht aus Selbsthass entstehen.
Bei Essstörungen können Körpersignale schwer einzuordnen sein.
Möglicherweise werden:
nicht immer klar voneinander unterschieden.
Hypnotherapeutische Arbeit kann ergänzend helfen, Körperwahrnehmung differenzierter zu erkunden.
Dabei darf sie nicht dazu verwendet werden, medizinisch notwendige Ernährung durch vermeintliche „innere Signale“ zu ersetzen.
Eine Essstörung kann das Selbstbild immer stärker verengen. Der Mensch wird scheinbar reduziert auf:
Ressourcenorientierte hypnotherapeutische Arbeit kann helfen, andere Seiten der eigenen Person wieder zugänglicher zu machen. Zum Beispiel:
Das bedeutet nicht, die Essstörung positiv „wegzudenken“. Es geht darum, dass die Erkrankung nicht die gesamte Identität bestimmen muss.
Bei Anorexia nervosa ist besondere Vorsicht erforderlich. Hypnotherapie darf nicht:
Wenn eine ergänzende hypnotherapeutische Behandlung überhaupt sinnvoll ist, muss sie in ein verantwortetes Behandlungskonzept passen.
Mögliche ergänzende Themen können bei ausreichender Stabilität sein:
Die körperliche Stabilität und die notwendige essstörungsspezifische Behandlung haben Vorrang.
Bei Bulimie kann ein therapeutisch relevantes Thema der Kreislauf sein aus:
Hypnotherapeutische Arbeit kann ergänzend dabei unterstützen:
Auch hier gilt: Hypnotherapie ersetzt keine essstörungsspezifische Behandlung und keine notwendige medizinische Kontrolle.
Bei einer Binge-Eating-Störung können unter anderem:
eine Rolle spielen.
Hypnotherapeutische Arbeit kann ergänzend an diesen Bereichen ansetzen.
Das Ziel ist dabei ausdrücklich nicht:
„schnell abnehmen.“
Sondern beispielsweise:
Dieser Unterschied ist zentral. Eine Binge-Eating-Störung ist keine einfache Frage von:
Deshalb wäre es problematisch, eine bestehende Essstörung mit dem Versprechen zu behandeln: „Mit Hypnose essen Sie weniger und nehmen ab.“
Eine solche Gewichtsfokussierung kann den Kreislauf aus:
zusätzlich verstärken.
Bei einer Essstörung steht deshalb nicht die schnelle Gewichtsabnahme im Mittelpunkt.
Der Begriff „Abnehmhypnose“ klingt nach einer einfachen Lösung. Bei bestehender oder möglicher Essstörung kann eine solche Zielsetzung jedoch problematisch sein.
Denn die zentrale Frage lautet zunächst nicht: „Wie kann ich weniger essen?“
Sondern: „Liegt ein behandlungsbedürftiges Essproblem oder eine Essstörung vor?“
Bei:
muss die Behandlung an der jeweiligen Erkrankung ausgerichtet werden.
Eine pauschale Gewichtsreduktion durch Suggestion ist dafür kein angemessener Ersatz.
Selbsthypnose kann bei geeigneter Indikation Bestandteil einer Behandlung sein. Sie kann beispielsweise eingesetzt werden zur:
Sie ist jedoch kein Werkzeug, um:
Die konkrete Anwendung muss zur individuellen Situation passen.
Eine seriöse Behandlung verspricht nicht:
Auch die Vorstellung:
„Die Essstörung liegt nur im Unterbewusstsein und muss dort umprogrammiert werden.“
ist zu vereinfachend.
Essstörungen sind komplexe Erkrankungen.
Entsprechend differenziert muss die Behandlung sein.
Die wissenschaftliche Evidenz für Hypnotherapie bei Essstörungen ist begrenzt.
Aktuelle Leitlinien führen Hypnose nicht als Standardbehandlung von Anorexia nervosa, Bulimia nervosa oder Binge-Eating-Störung. Die spezifische Studienlage ist klein und methodisch begrenzt. Es gibt einzelne Untersuchungen und klinische Arbeiten zu hypnotischen Verfahren bei:
Die vorhandene Forschung erlaubt jedoch nicht die Aussage: „Hypnose ist eine etablierte Behandlung von Essstörungen.“
Für Anorexia nervosa, Bulimia nervosa und Binge-Eating-Störung stehen essstörungsspezifische Behandlungsverfahren im Zentrum.
Medizinische Hypnotherapie sollte deshalb als möglicher ergänzender Behandlungsbaustein eingeordnet werden. Nicht als Ersatz. Nicht als Abkürzung. Nicht als schnelle Lösung. Die maßgeblichen Leitlinien und wissenschaftlichen Übersichtsarbeiten finden Sie im Quellenblock am Ende dieser Seite.
Nicht jede Patientin und jeder Patient benötigt dieselbe Behandlung.
Je nach Situation können unterschiedliche Bereiche wichtig sein.
Zum Beispiel:
Bei höherem Schweregrad kann auch eine intensivere ambulante, teilstationäre oder stationäre Behandlung notwendig sein.
Medizinische Hypnotherapie ist deshalb nur ein möglicher Bestandteil eines größeren Behandlungskonzeptes.
Eine hypnotherapeutische Behandlung darf körperliche Risiken nicht überdecken.
Besondere medizinische Aufmerksamkeit kann beispielsweise erforderlich sein bei:
Diese Aufzählung ist nicht vollständig und ersetzt keine individuelle ärztliche Beurteilung.
Bei medizinischer Instabilität steht die körperliche Stabilisierung im Vordergrund.
Essstörungen können mit weiteren psychischen Erkrankungen und erheblichem psychischem Leid verbunden sein.
Dazu können auch:
gehören.
Eine akute Selbstgefährdung ist kein Anwendungsfall für eine alleinige ambulante Hypnotherapie.
Dann muss die entsprechende psychiatrische beziehungsweise notfallmedizinische Versorgung sichergestellt werden.
Eine hypnotherapeutische Begleitung kann bei sorgfältiger Indikationsprüfung insbesondere infrage kommen, wenn Sie:
Die individuelle Eignung muss sorgfältig geprüft werden.
Eine alleinige oder vorrangige hypnotherapeutische Behandlung ist insbesondere nicht ausreichend bei:
Je nach Situation kann zunächst eine andere oder intensivere Behandlung notwendig sein.
Gerade bei jungen Menschen kann eine Essstörung auch das familiäre Umfeld stark belasten. Angehörige fragen sich möglicherweise:
Dabei können große Erwartungen an eine neue Behandlungsmethode entstehen. Manchmal auch die Hoffnung: „Vielleicht kann Hypnose das Problem endlich schnell lösen.“ Diese Hoffnung ist verständlich. Aber sie darf nicht zu falschen Versprechen führen. Bei jungen Betroffenen muss besonders sorgfältig geprüft werden:
Hypnotherapie ist auch hier keine Abkürzung um eine notwendige essstörungsspezifische Behandlung herum.
Zunächst geht es darum, Ihre individuelle Situation zu verstehen.
Besprochen werden können:
Dabei geht es nicht um Beschämung oder moralische Bewertung.
Gemeinsam wird geklärt:
Im nächsten Schritt kann genauer betrachtet werden:
Dabei wird nicht vorschnell nach einer einzigen „verborgenen Ursache“ gesucht.
Mögliche Ziele können sein:
Die Ziele müssen zur individuellen Erkrankung und zur bestehenden Behandlung passen.
Je nach Behandlungsziel können eingesetzt werden:
Die Behandlung wird an die persönliche Situation angepasst.
Wenn es therapeutisch sinnvoll ist, können Übungen für den Alltag entwickelt werden.
Mögliche Ziele sind:
Selbsthypnose wird nicht zur Gewichtsreduktion oder zur Unterdrückung notwendiger Nahrungsaufnahme eingesetzt.
Im Verlauf wird gemeinsam betrachtet:
Eine Heilung durch Hypnose kann nicht versprochen werden.
Essstörungen sind komplexe Erkrankungen.
Medizinische Hypnotherapie kann bei geeigneter Indikation als ergänzender Behandlungsbaustein eingesetzt werden.
Hypnotherapie gehört nicht zu den zentral etablierten alleinigen Standardbehandlungen von Anorexia nervosa, Bulimia nervosa oder Binge-Eating-Störung.
Die spezifische Evidenz ist begrenzt.
Hypnotherapeutische Elemente können in Einzelfällen ergänzend erwogen werden; die spezifische Evidenz ist begrenzt und die leitliniengerechte Gesamtbehandlung hat Vorrang.
Hypnotherapeutische Arbeit kann bei geeigneter Indikation ergänzend an Themen wie:
ansetzen.
Eine zuverlässige Beseitigung von Essanfällen kann nicht versprochen werden.
Nein.
Bei einer Binge-Eating-Störung steht nicht die schnelle Gewichtsreduktion im Mittelpunkt.
Die Erkrankung sollte fachgerecht behandelt werden.
Eine pauschale „Abnehmhypnose“ ist kein Ersatz für eine essstörungsspezifische Behandlung.
Bei ausreichender körperlicher und psychischer Stabilität kann Hypnotherapie ergänzend an einzelnen therapeutischen Zielen eingesetzt werden.
Sie ersetzt keine essstörungsspezifische Behandlung und keine notwendige medizinische Kontrolle.
Nur mit besonderer Vorsicht und nach individueller Prüfung.
Bei körperlicher Gefährdung hat die medizinische Stabilisierung Vorrang.
Hypnotherapie darf weder Gewichtsverlust noch restriktives Essverhalten unterstützen.
Bei Essstörungen ist die körperliche Situation ein wesentlicher Bestandteil der Behandlungsplanung.
Bei erheblicher medizinischer Gefährdung steht zunächst die notwendige Stabilisierung und spezialisierte Behandlung im Vordergrund.
Nein.
Scham ist bei Essstörungen und belastetem Essverhalten häufig ein großer Teil der Belastung.
Eine therapeutische Behandlung sollte nicht beschämen oder moralisch bewerten.
Das kann nicht garantiert werden.
Selbsthypnose kann möglicherweise helfen, innere Anspannung früher wahrzunehmen und zusätzliche Regulationsmöglichkeiten zu entwickeln.
Sie ist kein sicherer „Aus-Schalter“ für Essanfälle.
Diese Praxis positioniert medizinische Hypnotherapie bei Essstörungen nicht als schnelle Methode zur Gewichtsreduktion.
Bei bestehender oder möglicher Essstörung muss zunächst die Erkrankung selbst fachlich eingeordnet werden.
Das hängt von der individuellen Situation ab.
Bei einer diagnostizierten Essstörung kann eine spezialisierte essstörungsspezifische Behandlung notwendig sein.
Medizinische Hypnotherapie wird nicht als Ersatz dafür verstanden.
Essstörungen und belastetes Essverhalten können das Leben zunehmend verengen. Auf Essen. Auf Gewicht. Auf den Körper. Auf Kontrolle. Auf die Angst vor Kontrollverlust.
Dabei entsteht häufig ein schmerzhafter Kreislauf aus:
Medizinische Hypnotherapie setzt deshalb nicht bei der vereinfachten Vorstellung an: „Sie müssen sich nur besser kontrollieren.“
Und auch nicht bei: „Wir hypnotisieren das problematische Essverhalten einfach weg.“
Die wichtigere Frage lautet: „Welche Muster halten die Belastung aufrecht — und welche zusätzlichen Möglichkeiten können entwickelt werden?“
Für manche Menschen steht die Regulation von Anspannung im Vordergrund. Für andere sind es Scham und Selbstabwertung. Wieder andere möchten automatisierte Verhaltensketten früher erkennen oder einen weniger feindseligen Umgang mit dem eigenen Körper entwickeln.
Medizinische Hypnotherapie kann dabei ein ergänzender Zugang sein. Nicht als Abnehmhypnose. Nicht als schnelle Lösung. Nicht als Ersatz für notwendige medizinische oder essstörungsspezifische Behandlung.
Sondern als ärztlich verantwortete Unterstützung bei Selbstregulation, Selbstwert, Körperwahrnehmung, Scham und innerer Anspannung.
Essen, Körperbild, Scham oder das Gefühl von Kontrollverlust belasten Ihren Alltag stark?
In einem Erstgespräch kann die Situation sorgfältig eingeordnet werden.
Dabei wird auch geprüft, ob medizinische Hypnotherapie für Ihre individuelle Situation eine sinnvolle Ergänzung sein kann oder ob eine andere beziehungsweise weiterführende Behandlung erforderlich ist.
Arztpraxis Dunja Schmidt
Wilhelmstraße 13
46483 Wesel
Anwendungsbereiche & Beschwerden
Sie haben Schmerzen und keiner findet etwas. Ihre Erkrankung belastet Sie psychisch und Sie wissen nicht genau wo Sie ansetzen sollten, um Ihr Anliegen richtig zu adressieren?!
Die Übersichtsseite mit Anwendungsbereichen und Beschwerden für med. Hypnose kann Ihnen helfen den Einstieg zum für Sie relevanten Thema und den Weg zum entsprechenden Inhalt auf meiner Webseite schneller zu finden.
Somatoforme Beschwerden…
…sind körperliche Beschwerden ohne ausreichenden Befund und müssen trotz fehlender Erklärung und Diagnostik ernst genommen werden, da sie real und nicht eingebildet sind.
Körperliche Erkrankungen & psychische Faktoren
Bei stresssensitiven Erkrankungen kann medizinische Hypnose helfen, Stressreaktionen zu reduzieren, die Körperwahrnehmung zu verändern und den Umgang mit Beschwerden zu verbessern.
Schwere Erkrankungen & Krankheitsverarbeitung
Tumorerkrankungen, Multiple Sklerose, koronare Herzerkrankung, neurologische Erkrankungen, Long COVID / ME/CFS, Dialyse, Transplantation oder intensivmedizinische Erfahrungen können seelisch stark belasten.
Hypnotherapeutische Verfahren können helfen, innere Stabilität, Körpervertrauen und Selbstregulation zu stärken.
Migräne & Hypnose
Migräne ist real und neurologisch ernst zu nehmen.
Medizinische Hypnotherapie setzt ergänzend dort an, wo Stress, Schmerzverarbeitung, Anspannung, Körperwahrnehmung und Krankheitsbewältigung eine Rolle spielen.
Reizdarm & Darmerkrankungen
Bei Reizdarm, chronisch-entzündlichen Erkrankungen und funktionellen Darmbeschwerden können Krämpfe, Bauchschmerzen, Durchfall, Verstopfung, Schamgefühl und Kontrollverlust den Alltag stark beeinträchtigen.
Hypnotherapeutische Verfahren können hilfreich sein, um Körperwahrnehmung, Stressreaktionen, die Darm-Hirn-Achse und den Umgang mit Beschwerden positiv zu beeinflussen.
Tinnitus & Hypnose
Tinnitus ist nicht eingebildet, sondern real. Ein stark belastender chronischer Tinnitus kann das Leben erheblich beeinträchtigen.
Sie möchten wissen, ob medizinische Hypnose für Ihre individuelle Situation eine sinnvolle Ergänzung sein kann?
Dann sind Sie hier richtig und können auf der Unterseite weiter lesen.
Neurodermitis & Hypnose
Bei Neurodermitis können Juckreiz, Kratzimpulse, Schlafprobleme, Schamgefühl und Stress einander bedingen. Die chronisch-entzündliche Hauterkrankung benötigt weiterhin eine dermatologische Behandlung.
Medizinische Hypnotherapie kann ergänzend eingesetzt werden, um Aufmerksamkeit auf Juckreiz, Kratzimpulse, Stressregulation und alternative Reaktionen zu bearbeiten.
Allergien & Hypnose
Allergien sind Erkrankungen, die immunologisch vermittelt und nicht durch psychische Belastung verursacht werden.
Stress und innere Anspannung können bei manchen Betroffenen jedoch das subjektive Beschwerdeerleben, die Aufmerksamkeit auf Symptome und den Umgang mit der Erkrankung beeinflussen.
Medizinische Hypnotherapie behandelt nicht die allergische Sensibilisierung und ersetzt keine allergologische Behandlung.
Sie kann ergänzend bei Stressregulation, Krankheitsbewältigung und zur besseren Selbstregulation eingesetzt werden.
Zahnarztangst, Bruxismus & CMD
Zahnarztangst, Würgereiz, Kieferanspannung, Zähnepressen, Zähneknirschen und Beschwerden im Kausystem können stark mit Anspannung, Stress, körperlicher Alarmbereitschaft und der Angst vor Kontrollverlust verbunden sein.
Zahnarztangst, Würgereiz, Kieferanspannung, Zähnepressen, Zähneknirschen und Beschwerden im Kausystem können stark mit Anspannung, Stress, körperlicher Alarmbereitschaft und der Angst vor Kontrollverlust verbunden sein.
Medizinische Hypnose und Selbsthypnose können ergänzend dabei unterstützen, Angst und Anspannung zu regulieren sowie beim Wachbruxismus Pressmuster früher wahrzunehmen und alternative Reaktionen einzuüben.
Essstörungen & belastetes Essverhalten
Essstörungen und belastetes Essverhalten sind keine Frage von Disziplin oder Willenskraft.
Sie können mit Scham, Körperablehnung, innerer Anspannung, Selbstwertproblemen, Kontrollverlust, Angst, depressiven Symptomen und körperlichen Risiken verbunden sein.
Medizinische Hypnotherapie kann hier nur ergänzend und sorgfältig eingeordnet eingesetzt werden. Im Mittelpunkt stehen Selbstwert, Körperwahrnehmung, Emotionsregulation, Scham, Essdruck, Kontrollverlust und innere Sicherheit.
Chronische Schmerzen & Hypnose
Chronische Schmerzen sind real.
Auch wenn kein ausreichender organischer Befund existiert, können Nervensystem, Verarbeitung von Stress, Aufmerksamkeit und Schmerzgedächtnis eine zentrale Rolle spielen.
Mental Wellness durch Selbsthypnose
Selbsthypnose für innere Ruhe und Stressregulation:
Ein ärztlich geleitetes Gruppenangebot, das darauf zielt, Handlungsmöglichkeiten, Selbstwirksamkeit und Resilienz im Alltag zu fördern.
Raucherentwöhnung mit Hypnose
Mit dem Rauchen aufhören. Den Rauchstopp mit medizinischer Hypnose unterstützen:
Strukturiertes Angebot zu Gewohnheiten, Auslösern, Stress und Rückfallprophylaxe.
Als Einzeltherapie oder in Kleingruppe.
Mit Schmerzen leichter leben durch Hypnose
Ärztlich angeleitetes Gruppenangebot für Menschen mit med. abgeklärten chronischen Schmerzen, die Selbsthypnose erlernen möchten.
Ziele:
Selbsthypnose lernen
Selbsthypnose ist kein magisches Verfahren, sondern ein erlernbares Werkzeug.
Medizinisch angeleitete Selbsthypnose sicher und individuell lernen:
Eine trainierbare Methode für mehr Selbstregulation & Handlungsmöglichkeiten, deren Nutzen vom Ziel, der Indikation und der persönlichen Situation abhängt.
Selbsthypnose & Gruppenangebote
Selbsthypnose ist keine passive Behandlung und keine besondere „Begabung“, sondern:
Eine erlernbare Methode zur bewußten Arbeit mit:
Gruppenangebote zu den Themenbereichen Raucherentwöhnung, Mental Wellness, und „mit Schmerzen leichter leben durch Hypnose“ ermöglichen Ihnen das strukturierte Erlernen und Einüben solcher Fähigkeiten in einem klar definierten Rahmen.
Was ist medizinische Hypnose?
Medizinische Hypnose verständlich erklärt: Trance, fokussierte Aufmerksamkeit, Suggestion, Kontrolle sowie Unterschiede zu Schlaf und Showhypnose.
Hypnosearten im Überblick
Klassische, ericksonsche und weitere Hypnosearten verständlich erklärt – mit Einsatzgebieten, Unterschieden sowie medizinischen und ethischen Grenzen.
Showhypnose vs. medizinische Hypnose
Medizinische Hypnose und Show-Hypnose unter-scheiden sich deutlich. Erfahren Sie mehr über Ziele, Rahmen, Kontrolle, Ethik und therapeutische Verantwortung.
Ablauf einer Hypnotherapie
Wie eine medizinische Hypnotherapie abläuft: Erstgespräch, Indikationsprüfung, Zielklärung, Hypnose, Rückorientierung, Nachbesprechung und Selbsthypnose.
Grenzen & Kontraindikationen
Wann medizinische Hypnose ungeeignet oder nur nach sorgfältiger Abklärung sinnvoll ist – mit Hinweisen zu Krisen, Psychosen, Dissoziation und Diagnostik.
Wissenschaftliche Grundlagen
Was die Forschung über medizinische Hypnose zeigt:
Häufige Fragen
Antworten auf häufige Fragen zu Kontrolle, Erinnerung, Wirksamkeit, Risiken, Sitzungsdauer, Selbsthypnose und dem Ablauf einer medizinischen Hypnotherapie.
Wissen & Fragen Übersicht
Diese Seite bietet Orientierung über die aufbereiteten Wissensbereiche bezüglich medizinischer Hypnotherapie.
Honorar
Informieren Sie sich über entstehende Kosten und anfallende Honorare.
Kontakt & Anfahrt
Kontaktieren Sie die Praxis Dunja Schmidt in Wesel für ein Erstgespräch. Hier finden Sie Adresse, Telefon, E-Mail, Sprechzeit, Anfahrt und Parkhinweise.
Über mich
Erfahren Sie etwas über mich: Dunja Schmidt, Ärztin, Zahnärztin und medizinische Hypnotherapeutin in Wesel mit Schwerpunkt psychosomatische Gesundheit und Selbstregulation.