Zahnarztangst, Bruxismus und CMD

Holzregal mit Dekorationen, darunter eine Vase mit getrockneten Gräsern, eine kleine weiße Skulptur, ein Stein und ein Glas mit Duftstäbchen.

            Hypnose & Selbsthypnose bei


                                                  Zahnarztangst, Bruxismus & CMD

Holzwand auf der linken Seite, rechts ein Fenster mit Blick auf Bäume, ein Regal mit Pflanzen und Dekorationen, und ein Korb auf dem Boden.

        Alternative Handlungsmuster 

                                              mit Hypnose entwickeln

Impressionen Praxis Dunja Schmidt

Medizinische Hypnose bei Zahnarztangst, Zähnepressen, Kieferanspannung und craniomandibulärer Dysfunktion

Der Gedanke an den nächsten Zahnarzttermin löst bereits Unruhe aus.


Der Kiefer ist ständig angespannt.


Die Zähne werden tagsüber unbewusst aufeinandergepresst.


Morgens fühlen sich Kaumuskeln und Gesicht erschöpft an.


Oder Schmerzen im Kiefer-, Kopf- und Nackenbereich bestimmen zunehmend den Alltag.


Zahnarztangst, Bruxismus und craniomandibuläre Dysfunktion — kurz CMD — sind unterschiedliche Beschwerdebilder.


Sie können jedoch eines gemeinsam haben:


Angst, Anspannung, Aufmerksamkeit, Schmerz und körperliche Stressreaktionen können das Erleben zusätzlich beeinflussen.


Medizinische Hypnose und Selbsthypnose können hier einen ergänzenden therapeutischen Zugang bieten.


Zum Beispiel bei:


  • Angst vor Zahnbehandlungen
  • dem Gefühl von Kontrollverlust auf dem Behandlungsstuhl
  • körperlicher Anspannung vor einem Zahnarzttermin
  • Würgereiz in Verbindung mit Angst und Anspannung
  • Wachbruxismus beziehungsweise unbewusstem Zähnepressen im Alltag
  • chronischer Kieferanspannung
  • stressverstärkten CMD-Beschwerden
  • schmerzbezogener innerer Alarmbereitschaft
  • belastenden Erfahrungen mit früheren Zahnbehandlungen


Dabei ist eine wichtige Grenze klar:


Medizinische Hypnotherapie ersetzt keine zahnärztliche Diagnostik und Behandlung.


Sie behandelt keine Karies.


Sie beseitigt keine Entzündung.


Sie korrigiert keine strukturellen Veränderungen des Kausystems.


Und sie ersetzt bei CMD oder Bruxismus keine medizinisch beziehungsweise zahnmedizinisch notwendigen Behandlungsmaßnahmen.


Ihr möglicher Beitrag liegt dort, wo Angst, Stressregulation, Aufmerksamkeit, Muskelanspannung, automatisierte Verhaltensmuster und Schmerzverarbeitung therapeutisch beeinflusst werden können.

Icon medizinische HypnotherapieSilhouette einer Frau mit geschwungenen Bogenelementen um den Kopf herum, einem Kreuz, einem Blatt und drei Sternen.
Icon Termin per Onlineformular anfragenWeißes Rechteck oben, darunter neun eweiße Punkte in einem Raster, wobei der mittlere Punkt größer ist.

Drei unterschiedliche Themen — mit möglichen Überschneidungen

Zahnarztangst, Bruxismus und CMD sollten nicht in einen Topf geworfen werden. Sie sind nicht dasselbe.

Zahnarztangst

Zahnarztangst reicht von leichter Anspannung vor einer Behandlung bis zu ausgeprägter Angst mit starkem Vermeidungsverhalten.


Im Vordergrund können stehen:


  • Angst vor Schmerzen
  • Angst vor Spritzen
  • Angst vor Kontrollverlust
  • Angst vor Würgereiz
  • Scham wegen des Zahnzustands
  • belastende frühere Behandlungserfahrungen
  • das Gefühl, ausgeliefert zu sein

Bruxismus

Bruxismus bezeichnet Aktivitäten der Kaumuskulatur wie Zähnepressen, Zähneknirschen oder anhaltende beziehungsweise wiederholte Anspannung.


Dabei wird zwischen:


  • Wachbruxismus
  • Schlafbruxismus


unterschieden.


Beide Formen sind nicht einfach dasselbe und sollten differenziert betrachtet werden.

Craniomandibuläre Dysfunktion — CMD

CMD ist ein Sammelbegriff für Beschwerden und Funktionsstörungen im Bereich des Kausystems.


Betroffen sein können beispielsweise:


  • Kaumuskulatur
  • Kiefergelenke
  • Kieferbewegung
  • angrenzende Strukturen


Möglich sind unter anderem:


  • Schmerzen
  • eingeschränkte Beweglichkeit
  • Muskelverspannung
  • Kiefergelenkgeräusche
  • Belastung beim Kauen
  • Beschwerden im Kopf-, Gesichts- oder Nackenbereich


Nicht jede CMD ist psychisch verursacht.


Nicht jede CMD entsteht durch Bruxismus.


Und nicht jeder Bruxismus führt automatisch zu einer CMD.


Gerade deshalb ist eine angemessene zahnärztliche beziehungsweise funktionsdiagnostische Einordnung wichtig.

Wenn der Gedanke an den Zahnarzt Angst auslöst

Für manche Menschen ist ein Zahnarzttermin unangenehm.


Für andere beginnt die Belastung lange vorher.


Bereits beim Gedanken an die Behandlung können auftreten:


  • Herzklopfen
  • Schwitzen
  • Zittern
  • Übelkeit
  • Würgereiz
  • Muskelanspannung
  • Schlafprobleme
  • Grübeln
  • starke Unruhe
  • das Bedürfnis, den Termin abzusagen


Manche Menschen schieben notwendige Behandlungen immer wieder auf.


Andere gehen zwar zum Zahnarzt, erleben die Situation aber als extrem belastend.


Wieder andere haben jahrelang keinen Termin mehr vereinbart.


So kann ein Kreislauf entstehen:


  • Angst führt zur Vermeidung
  • Untersuchungen oder Behandlungen werden aufgeschoben
  • Der Behandlungsbedarf kann zunehmen
  • Scham und Sorge werden größer
  • Der nächste Zahnarzttermin erscheint noch bedrohlicher
  • Die Vermeidung nimmt weiter zu


Dieser Kreislauf ist keine Frage mangelnder Vernunft.


Angst kann sehr stark sein.


Ein Mensch kann genau wissen, dass eine Behandlung notwendig wäre — und sich trotzdem nicht in der Lage fühlen, den Termin wahrzunehmen.

Zahnarztangst ist nicht gleich Zahnbehandlungsphobie

Nicht jede Angst vor dem Zahnarzt ist eine psychische Erkrankung.


Viele Menschen erleben eine gewisse Nervosität oder Anspannung.


Diese kann unangenehm sein, ohne dass eine ausgeprägte Phobie vorliegt.

Bei einer krankheitswertigen Zahnbehandlungsphobie ist eine strukturierte, in der Regel expositionsbasierte Psychotherapie besser abgesichert als Hypnose allein.


Bei stärkerer Zahnbehandlungsangst kann die Angst jedoch:


  • sehr intensiv werden
  • körperliche Panikreaktionen auslösen
  • zu ausgeprägtem Vermeidungsverhalten führen
  • notwendige Behandlung erheblich erschweren oder verhindern
  • den Alltag bereits lange vor einem Termin bestimmen


Bei einer ausgeprägten Zahnbehandlungsphobie reicht es häufig nicht aus, nur während des Zahnarzttermins entspannter zu werden.


Dann kann eine gezielte psychotherapeutische Angstbehandlung notwendig sein.


Medizinische Hypnose kann dabei ein Baustein sein.


Sie sollte jedoch nicht mit dem Versprechen verbunden werden:


„Eine Sitzung — und Ihre Zahnphobie ist weg.“

Warum Zahnarztangst so körperlich sein kann

Angst ist nicht nur ein Gedanke.


Sie ist auch eine körperliche Reaktion.


Wenn das Gehirn eine Situation als bedrohlich bewertet, kann der Körper auf Alarm umschalten.


Mögliche Reaktionen sind:


  • schnellere Atmung
  • Herzklopfen
  • Muskelanspannung
  • Schwitzen
  • Übelkeit
  • erhöhte Aufmerksamkeit für Schmerzen
  • Fluchtimpuls
  • Erstarren


Auf dem Zahnarztstuhl können zusätzlich besondere Faktoren eine Rolle spielen:


  • zurückgelehnte Körperposition
  • eingeschränkte Möglichkeit zu sprechen
  • Instrumente im Mund
  • Geräusche
  • Gerüche
  • Nähe
  • Schmerzangst
  • das Gefühl, nicht jederzeit selbst handeln zu können


Gerade das Gefühl von Kontrollverlust kann für manche Menschen besonders belastend sein.

Das Gefühl, ausgeliefert zu sein

Viele Patientinnen und Patienten beschreiben nicht nur Angst vor Schmerzen.


Sie sagen:


„Ich habe Angst, nicht mehr bestimmen zu können, was passiert.“


Oder:


„Wenn ich auf dem Stuhl liege, fühle ich mich ausgeliefert.“


Dieses Erleben kann durch frühere Erfahrungen verstärkt werden.


Zum Beispiel wenn:


  • Schmerzen nicht ernst genommen wurden
  • eine Behandlung unerwartet schmerzhaft war
  • ein Stoppsignal nicht ausreichend beachtet wurde
  • starke Scham entstanden ist
  • eine Behandlung als überwältigend erlebt wurde


Medizinische Hypnotherapie kann hier an der inneren Erfahrung von Sicherheit und Selbstwirksamkeit arbeiten.


Das Ziel ist nicht:


Kontrolle abzugeben.


Sondern:


mehr innere Kontrolle zurückzugewinnen.

Hypnose bedeutet nicht, beim Zahnarzt willenlos zu sein

Gerade Menschen mit Zahnarztangst befürchten manchmal:


„Bei Hypnose verliere ich erst recht die Kontrolle.“


Das ist nicht das Ziel medizinischer Hypnose.


Patientinnen und Patienten bleiben grundsätzlich ansprechbar.


Eine medizinisch verantwortete hypnotherapeutische Behandlung soll die eigene Selbstregulation stärken.


Gerade bei Zahnarztangst kann deshalb ein wichtiges Ziel sein:


  • eigene Reaktionen besser zu verstehen
  • körperliche Beruhigung zu lernen
  • Aufmerksamkeit gezielter zu lenken
  • persönliche Stoppsignale zu vereinbaren
  • Selbsthypnose anzuwenden
  • sich der Situation weniger ausgeliefert zu fühlen

Medizinische Hypnose rund um Zahnbehandlungen

In der Praxis von Dunja Schmidt findet keine zahnärztliche Behandlung statt.


Deshalb sollte das Angebot klar eingeordnet werden.


Es geht nicht um eine zahnärztliche Behandlung unter Hypnose am Behandlungsstuhl in der Praxis.


Der Schwerpunkt liegt vielmehr auf der:


  • Vorbereitung auf Zahnbehandlungen
  • Behandlung von Angst und Anspannung
  • Stärkung von Selbstregulation
  • Einübung von Selbsthypnose
  • Arbeit mit Kontrollverlustangst
  • Verarbeitung belastender Erfahrungen
  • Vorbereitung auf konkrete Behandlungssituationen


Die eigentliche Zahnbehandlung erfolgt weiterhin in der behandelnden Zahnarztpraxis.

Wie medizinische Hypnotherapie bei Zahnarztangst unterstützen kann

Mögliche therapeutische Ziele sind:


  • Angst und innere Anspannung reduzieren
  • körperliche Alarmreaktionen besser regulieren
  • das Gefühl von Kontrollverlust beeinflussen
  • Aufmerksamkeit gezielt lenken
  • mit belastenden Erinnerungen anders umgehen
  • eine bevorstehende Behandlung innerlich vorbereiten
  • Selbsthypnose erlernen
  • Selbstwirksamkeit stärken


Welche dieser Ziele sinnvoll sind, hängt von der individuellen Situation ab.

Körperliche Alarmreaktionen regulieren

Angst kann sich sehr unmittelbar im Körper zeigen.


Medizinische Hypnose kann dabei helfen, bewusst einen anderen inneren Zustand zugänglich zu machen.


Zum Beispiel durch:


  • fokussierte Aufmerksamkeit
  • ruhige Atmung
  • Körperwahrnehmung
  • innere Bilder
  • Ressourcen
  • individuell passende Suggestionen


Das Ziel ist nicht, jede Angst vollständig auszuschalten.


Ein realistisches Ziel kann sein:


„Ich kann Angst wahrnehmen, ohne dass sie mich vollständig überwältigt.“

Aufmerksamkeit anders lenken

Auf dem Zahnarztstuhl kann sich die Aufmerksamkeit vollständig auf:


  • Geräusche
  • Instrumente
  • Körperempfindungen
  • mögliche Schmerzen
  • den eigenen Würgereiz


richten.


Hypnotherapeutische Verfahren können helfen, Aufmerksamkeit flexibler zu gestalten. Zum Beispiel durch:


  • Fokussierung auf einen inneren Ort
  • bewusste Wahrnehmung eines anderen Körperbereichs
  • innere Bilder
  • imaginative Distanz
  • einen vertrauten Aufmerksamkeitsanker


Das bedeutet nicht, die Behandlung nicht mehr wahrzunehmen. Es bedeutet, dass nicht jeder Reiz die gesamte Aufmerksamkeit bestimmen muss.

Mit Kontrollverlustangst arbeiten

Ein wichtiger therapeutischer Schwerpunkt kann sein, wieder mehr Sicherheit zu erleben.


Zum Beispiel durch:


  • klare Vorbereitung
  • persönliche Stoppsignale
  • innere Ressourcen
  • gedankliches Durchspielen der Behandlungssituation
  • Selbsthypnose
  • bewusste Rückkehr in einen regulierteren Zustand


Gerade für Menschen mit hoher Kontrollverlustangst kann das Erleben wichtig sein:


„Ich kann etwas tun.“

Belastende Erfahrungen einordnen

Manche Menschen haben frühere Zahnbehandlungen als sehr belastend erlebt. Nicht jede unangenehme Behandlung ist automatisch ein Trauma.


Aber bestimmte Erfahrungen können langfristig zu:


  • starker Angst
  • körperlicher Alarmreaktion
  • Vermeidung
  • belastenden Erinnerungen


führen.


Eine hypnotherapeutische Behandlung sollte hier sorgfältig und nicht suggestiv vorgehen. Es geht nicht darum, vermeintlich „verdrängte Erinnerungen“ zu suchen.


Es geht darum, mit vorhandenen belastenden Erfahrungen therapeutisch verantwortungsvoll umzugehen.

Selbsthypnose für Zahnarztbehandlungen

Selbsthypnose ist für viele Patientinnen und Patienten besonders interessant, weil sie eine Fähigkeit vermittelt, die später selbstständig eingesetzt werden kann.


Das kann ein wichtiger Unterschied sein.


Die Patientin oder der Patient wird nicht passiv „hypnotisiert“.


Stattdessen wird eine eigene Methode erlernt.


Selbsthypnose kann beispielsweise helfen:


  • vor einem Termin innere Anspannung zu reduzieren
  • im Wartezimmer einen vertrauten Fokus zu finden
  • auf dem Behandlungsstuhl Aufmerksamkeit zu lenken
  • einen inneren Ruhe- oder Sicherheitsort aufzurufen
  • mit körperlichen Stressreaktionen anders umzugehen
  • das Gefühl eigener Handlungsmöglichkeiten zu stärken

Selbsthypnose stärkt Kontrolle — sie nimmt sie nicht weg

Gerade bei Zahnarztangst ist dieser Punkt zentral.


Selbsthypnose bedeutet nicht:


„Ich gebe mich völlig ab.“


Sie kann vielmehr bedeuten:


„Ich habe eine Fähigkeit, die ich selbst einsetzen kann.“


Patientinnen und Patienten können lernen:


  • eine Übung selbst einzuleiten
  • den Fokus bewusst zu verändern
  • innere Bilder zu nutzen
  • körperliche Beruhigung zu unterstützen
  • die Übung selbst zu beenden


Damit kann Selbsthypnose zu einem Werkzeug der Selbstwirksamkeit werden.

Die Anwendung während einer Zahnbehandlung sollte vorher geübt und mit der behandelnden Zahnarztpraxis abgestimmt werden. Notwendige Lokalanästhesie, Sedierung oder andere medizinische Maßnahmen werden dadurch nicht ersetzt.

Selbsthypnose vor dem Zahnarzttermin

Die Vorbereitung kann bereits vor dem eigentlichen Behandlungstag beginnen.


Eine persönliche Selbsthypnose kann beispielsweise genutzt werden:


  • am Abend vor einem Termin
  • am Morgen der Behandlung
  • im Wartezimmer
  • unmittelbar vor Beginn der Behandlung


Mögliche Ziele sind:


  • weniger Grübeln
  • weniger körperliche Anspannung
  • besserer Zugang zu innerer Ruhe
  • ein vertrauter Ablauf
  • weniger Gefühl von Ausgeliefertsein


Selbsthypnose ersetzt dabei nicht die Kommunikation mit der behandelnden Zahnarztpraxis.


Gerade bei ausgeprägter Angst kann es sinnvoll sein, die Angst vorab offen anzusprechen.

Selbsthypnose während einer Zahnbehandlung

Je nach individueller Situation kann eine zuvor eingeübte Selbsthypnose auch während einer Behandlung genutzt werden.


Zum Beispiel durch:


  • einen inneren Aufmerksamkeitsanker
  • ein bestimmtes Bild
  • eine körperliche Wahrnehmung
  • einen persönlichen Satz
  • einen vorher eingeübten inneren Ablauf


Wichtig ist:


Die Methode sollte vorher ausreichend vertraut sein.


Der Zahnarzttermin ist nicht unbedingt der ideale Moment, eine neue Selbsthypnosetechnik zum ersten Mal auszuprobieren.

Kann Hypnose Schmerzen beim Zahnarzt ausschalten?

Hypnose kann die Schmerzverarbeitung beeinflussen.


Daraus darf jedoch nicht pauschal geschlossen werden:


„Mit Hypnose braucht man keine Betäubung.“


Eine notwendige zahnmedizinische Schmerzausschaltung oder Lokalanästhesie wird durch Hypnose nicht grundsätzlich ersetzt.


Hypnotische Verfahren können ergänzend eingesetzt werden, beispielsweise um:


  • Angst zu reduzieren
  • Schmerzaufmerksamkeit zu beeinflussen
  • eine Behandlung subjektiv besser bewältigbar zu machen


Die zahnmedizinische Entscheidung über notwendige Anästhesie und Schmerzbehandlung bleibt davon unberührt.

Würgereiz bei Zahnbehandlungen

Ein ausgeprägter Würgereiz kann Zahnbehandlungen erheblich erschweren. Dabei können unterschiedliche Faktoren beteiligt sein. Zum Beispiel:


  • körperliche Sensibilität
  • Berührung im Mund- und Rachenraum
  • Angst
  • Erwartung
  • erhöhte Aufmerksamkeit
  • Anspannung


Ein Würgereiz ist nicht automatisch psychisch verursacht. Wenn Angst und innere Anspannung eine relevante Rolle spielen, können hypnotische Verfahren und Selbsthypnose jedoch ergänzend genutzt werden. Mögliche Ziele sind:


  • Aufmerksamkeit anders lenken
  • Anspannung reduzieren
  • weniger Angst vor dem Würgereiz entwickeln
  • mehr Vertrauen in die eigene Bewältigungsfähigkeit aufbauen


Auch hier gilt: Eine medizinische oder zahnmedizinische Ursache sollte nicht vorschnell psychologisiert werden.

Wenn Scham den Zahnarztbesuch zusätzlich erschwert

Manche Menschen schämen sich:


  • weil sie lange nicht beim Zahnarzt waren
  • wegen ihres Zahnzustands
  • wegen ihrer Angst
  • weil sie bereits mehrere Termine abgesagt haben
  • weil sie glauben, „sich nicht so anstellen zu dürfen“


Scham kann die Vermeidung verstärken.


Je länger eine Behandlung aufgeschoben wird, desto größer kann die Sorge werden:


„Jetzt werde ich bestimmt verurteilt.“


Eine psychosomatische Behandlung kann helfen, diesen Kreislauf zu verstehen und einen realistischen nächsten Schritt vorzubereiten.


Zahnarztangst ist kein persönliches Versagen.

Bruxismus: Zähnepressen und Zähneknirschen

Bruxismus bezeichnet Aktivitäten der Kaumuskulatur.


Dazu können gehören:


  • Zähnepressen
  • Zähneknirschen
  • wiederholter Zahnkontakt
  • anhaltende Anspannung der Kaumuskulatur


Heute wird zwischen Wachbruxismus und Schlafbruxismus unterschieden.


Diese Unterscheidung ist wichtig.


Denn Zähnepressen am Tag ist nicht einfach dasselbe wie nächtlicher Bruxismus.

Wachbruxismus

Beim Wachbruxismus können beispielsweise auftreten:


  • wiederholter oder anhaltender Zahnkontakt
  • Zähnepressen
  • Anspannung der Kaumuskulatur


Viele Menschen bemerken solche Muster zunächst kaum.


Sie treten möglicherweise auf:


  • bei konzentrierter Arbeit
  • unter Zeitdruck
  • bei innerer Anspannung
  • in emotional belastenden Situationen
  • beim Autofahren
  • am Computer


Der erste Schritt kann deshalb sein, das eigene Verhalten überhaupt wahrzunehmen.


Nicht im Sinne ständiger ängstlicher Selbstbeobachtung.


Sondern als hilfreiche Frage:


„Was macht mein Kiefer gerade?“

Schlafbruxismus

Schlafbruxismus findet während des Schlafs statt.


Er kann deshalb nicht einfach durch den bewussten Vorsatz beendet werden:


„Heute Nacht knirsche ich nicht.“


Schlafbruxismus ist ein komplexes Geschehen und darf nicht auf Stress allein reduziert werden.


Auch deshalb wäre die Aussage:


„Zähneknirschen ist immer psychisch.“


falsch.


Stress und psychische Belastung können Zusammenhänge mit Bruxismus zeigen.


Sie erklären jedoch nicht jeden Fall.


Eine zahnärztliche und gegebenenfalls weitere medizinische Einordnung bleibt wichtig.

Warum Wachbruxismus für Selbstwahrnehmung besonders zugänglich sein kann

Bei Wachbruxismus kann es hilfreich sein, automatische Muster früher zu erkennen.


Zum Beispiel:


  • Die Person konzentriert sich auf eine Aufgabe
  • Der Kiefer spannt sich unbemerkt an
  • Die Zähne werden aufeinandergepresst
  • Die Anspannung wird erst bemerkt, wenn Schmerzen oder Ermüdung auftreten


Ein therapeutisches Ziel kann sein, den Ablauf früher wahrzunehmen.


Dann entsteht möglicherweise mehr Handlungsspielraum zwischen:


Anspannung


und


automatischem Pressen.


Medizinische Hypnose und Selbsthypnose können hier ergänzend mit:


  • Körperwahrnehmung
  • Achtsamkeit
  • Entspannung
  • Aufmerksamkeitslenkung
  • neuen Gewohnheitsmustern


arbeiten.

Wie medizinische Hypnotherapie bei Bruxismus unterstützen kann

Die spezifische wissenschaftliche Evidenz für Hypnose bei Bruxismus ist begrenzt.


Deshalb sollte nicht versprochen werden:


„Hypnose stoppt Zähneknirschen.“


Ein realistischer hypnotherapeutischer Ansatz kann sich richten auf:


  • Wahrnehmung von Kieferanspannung
  • Stressregulation
  • Unterbrechung automatisierter Pressmuster im Wachzustand
  • allgemeine körperliche Anspannung
  • Umgang mit Schmerzen
  • Selbsthypnose
  • Aufbau hilfreicher Alltagsroutinen


Besonders bei Wachbruxismus kann die bewusste Wahrnehmung automatisierter Muster therapeutisch relevant sein.

Kieferanspannung früher wahrnehmen

Viele Menschen bemerken erst spät, dass sie:


  • die Zähne zusammenpressen
  • den Unterkiefer festhalten
  • die Kaumuskulatur dauerhaft anspannen


Hypnotherapeutische Arbeit kann helfen, die Wahrnehmung zu differenzieren. Zum Beispiel:


  • Wie fühlt sich ein angespannter Kiefer an?
  • Wie fühlt sich eine weniger angespannte Ruheposition an?
  • Wann beginnt das Pressen?
  • Welche Situationen gehen häufig voraus?


Ziel ist nicht permanente Kontrolle. Ziel ist frühere Wahrnehmung.

Automatisierte Muster unterbrechen

Wenn ein Pressmuster häufig automatisch auftritt, kann ein Ziel sein, neue Reaktionsmöglichkeiten aufzubauen.


Zum Beispiel:


  • Anspannung bemerken
  • innehalten
  • Kieferposition verändern
  • körperliche Spannung reduzieren
  • einen eingeübten inneren Hinweis nutzen


Hypnose kann dabei als ergänzendes Verfahren zur Verankerung solcher neuen Reaktionsmöglichkeiten eingesetzt werden.

Stressregulation verbessern

Wenn Stress und innere Anspannung individuell eine deutliche Rolle spielen, kann die Regulation dieser Zustände ein wichtiger therapeutischer Ansatzpunkt sein.


Mögliche Ziele sind:


  • frühere Wahrnehmung von Überlastung
  • regelmäßige Erholungsphasen
  • bessere körperliche Regulation
  • weniger dauerhafte Muskelanspannung
  • Selbsthypnose als Alltagspraxis

Hypnose ersetzt keine zahnärztliche Behandlung bei Bruxismus

Bruxismus kann unter anderem mit:


  • Zahnverschleiß
  • Beschwerden der Kaumuskulatur
  • Schäden an Zähnen oder Zahnersatz
  • weiteren funktionellen Beschwerden


verbunden sein.


Deshalb kann eine zahnärztliche Diagnostik notwendig sein.


Je nach individueller Situation können unterschiedliche Behandlungsansätze relevant sein.


Hypnotherapie ersetzt keine:


  • zahnärztliche Untersuchung
  • Beurteilung von Zahnschäden
  • notwendige Schienentherapie
  • Abklärung anderer möglicher Ursachen
  • schlafmedizinische Abklärung, wenn sie medizinisch erforderlich ist

Craniomandibuläre Dysfunktion — CMD

CMD ist ein Sammelbegriff für verschiedene Beschwerden und Funktionsstörungen des Kausystems.


Mögliche Symptome können sein:


  • Schmerzen in der Kaumuskulatur
  • Schmerzen im Kiefergelenk
  • eingeschränkte Kieferbeweglichkeit
  • Beschwerden beim Kauen
  • Kiefergelenkgeräusche
  • Muskelverspannungen
  • Schmerzen im Gesichtsbereich
  • Beschwerden im Kopf- oder Nackenbereich


Nicht jede Person mit CMD hat dieselben Beschwerden.


Und nicht jede CMD hat dieselben Ursachen.

CMD ist nicht einfach „psychisch“

Auch bei CMD muss eine vorschnelle Psychologisierung vermieden werden. Beschwerden im Kausystem können unterschiedliche:


  • körperliche
  • funktionelle
  • schmerzbezogene
  • verhaltensbezogene
  • psychosoziale


Faktoren umfassen. Stress kann eine Rolle spielen. Muskelanspannung kann eine Rolle spielen. Bruxismus kann eine Rolle spielen. Schmerzverarbeitung kann eine Rolle spielen. Aber: Nicht jede CMD entsteht durch Stress. Und: Nicht jeder Kieferschmerz ist psychosomatisch.


Eine zahnärztliche beziehungsweise funktionsdiagnostische Einordnung bleibt wichtig.

Wenn Schmerz und Anspannung sich gegenseitig verstärken

Bei chronischen Kieferbeschwerden kann ein Kreislauf entstehen.


Zum Beispiel:


  • Schmerzen werden wahrgenommen
  • Die Aufmerksamkeit richtet sich verstärkt auf den Kiefer
  • Sorge vor Bewegung oder Verschlechterung nimmt zu
  • Die Muskulatur wird stärker angespannt
  • Der Kiefer wird häufiger kontrolliert oder geschont
  • Die Belastung nimmt weiter zu


Nicht jeder Mensch erlebt diesen Ablauf.


Aber wenn Angst, Aufmerksamkeit und Anspannung die Beschwerden zusätzlich verstärken, können diese Prozesse therapeutisch relevant sein.

Wenn der Kiefer ständig kontrolliert wird

Chronische Beschwerden können dazu führen, dass Betroffene ihren Kiefer ständig überprüfen.


• Knackt es?

• Ist er gerade schief?

• Habe ich wieder gepresst?

• Wird der Schmerz stärker?

• Darf ich diese Bewegung machen?

• Ist das gefährlich?


Eine gewisse Beobachtung kann sinnvoll sein.


Übermäßige Kontrolle kann jedoch dazu führen, dass der Kiefer immer stärker im Mittelpunkt steht.


Hypnotherapeutische Arbeit kann helfen, die Aufmerksamkeit wieder flexibler zu gestalten.


Nicht um Beschwerden zu ignorieren.


Sondern damit der Kiefer nicht jede Minute des Tages kontrolliert werden muss.

Wie medizinische Hypnotherapie bei CMD unterstützen kann

Bei CMD kann medizinische Hypnotherapie besonders dort ergänzend eingesetzt werden, wo:


  • chronische Muskelanspannung
  • Stress
  • Schmerzbelastung
  • Angst
  • erhöhte Aufmerksamkeit auf Beschwerden
  • Wachbruxismus
  • innere Alarmbereitschaft


eine relevante Rolle spielen.


Mögliche therapeutische Ziele sind:


  • Muskelanspannung bewusster wahrnehmen
  • Stress regulieren
  • Schmerzaufmerksamkeit verändern
  • mit Beschwerden weniger ängstlich umgehen
  • Selbsthypnose erlernen
  • Selbstwirksamkeit stärken


Die spezifische Hypnoseforschung bei CMD beziehungsweise temporomandibulären Beschwerden ist bislang begrenzt.


Deshalb wird Hypnotherapie als ergänzender Ansatz eingeordnet.

Muskelanspannung wahrnehmen und regulieren

Manche Menschen halten ihre Kaumuskulatur über lange Zeit angespannt, ohne dies bewusst zu bemerken.


Hypnotherapeutische Arbeit kann helfen:


  • Unterschiede zwischen Anspannung und geringerer Spannung wahrzunehmen
  • körperliche Frühzeichen zu erkennen
  • Beruhigungsprozesse leichter zugänglich zu machen
  • Selbsthypnose zur Regulation einzusetzen

Schmerzaufmerksamkeit verändern

Chronische Schmerzen können Aufmerksamkeit stark binden.


Hypnotherapeutische Verfahren können mit:


  • Aufmerksamkeitslenkung
  • inneren Bildern
  • Körperwahrnehmung
  • Distanzierung
  • Ressourcen


arbeiten.


Das Ziel ist nicht, den Schmerz als unwirklich darzustellen.


Es geht darum, den Umgang mit Schmerz und die damit verbundene Belastung zu beeinflussen.

Angst vor Bewegung und Beschwerden berücksichtigen

Wer wiederholt Schmerzen erlebt, kann beginnen, bestimmte Bewegungen zu vermeiden oder ständig zu überprüfen.


Je nach individueller Situation kann es therapeutisch sinnvoll sein, mit:


  • Angst
  • Erwartung
  • innerer Alarmbereitschaft
  • Vertrauen in den eigenen Körper


zu arbeiten.


Dabei muss eine medizinisch notwendige Schonung von angstbedingter Vermeidung unterschieden werden.

CMD-Behandlung ist häufig interdisziplinär

Je nach Beschwerdebild können verschiedene Fachrichtungen beteiligt sein.


Zum Beispiel:


  • Zahnmedizin
  • zahnärztliche Funktionsdiagnostik
  • Physiotherapie
  • Schmerzmedizin
  • Psychotherapie
  • weitere medizinische Fachgebiete


Medizinische Hypnotherapie ist deshalb nicht als alleinige Universalbehandlung zu verstehen.


Sie kann ein Baustein innerhalb eines individuell abgestimmten Behandlungskonzeptes sein.

Was medizinische Hypnotherapie nicht ersetzt

Medizinische Hypnotherapie ersetzt keine:


  • zahnärztliche Diagnostik
  • Behandlung von Karies oder Entzündungen
  • notwendige zahnmedizinische Therapie
  • Funktionsdiagnostik bei CMD
  • notwendige Schienentherapie
  • Physiotherapie
  • schlafmedizinische Abklärung
  • Behandlung struktureller Ursachen
  • spezialisierte Psychotherapie bei ausgeprägter Zahnbehandlungsphobie


Sie kann diese Behandlungen ergänzen, wenn ein sinnvoller psychosomatischer oder psychotherapeutischer Ansatzpunkt besteht.

Was medizinische Hypnotherapie nicht versprechen kann

Eine seriöse Behandlung verspricht nicht:


  • Zahnarztangst in einer Sitzung zu heilen
  • eine Zahnbehandlungsphobie sicher zu beseitigen
  • eine Betäubung grundsätzlich überflüssig zu machen
  • Würgereiz jederzeit vollständig auszuschalten
  • Schlafbruxismus sicher zu stoppen
  • Zähneknirschen dauerhaft zu beseitigen
  • CMD zu heilen
  • Kiefergelenksprobleme durch Entspannung zu korrigieren
  • zahnärztliche oder physiotherapeutische Behandlung zu ersetzen
  • bei jedem Menschen gleich zu wirken


Auch die Aussagen:


„Bruxismus ist immer Stress.“


oder:


„CMD ist psychisch.“


wären medizinisch zu pauschal.

Wie ist die wissenschaftliche Studienlage?

Die wissenschaftliche Einordnung unterscheidet sich je nach Beschwerdebild.

Hypnose bei Zahnarztangst

Hypnose wurde in verschiedenen Studien zur Reduktion von Angst und Belastung im zahnmedizinischen Kontext untersucht. Die Ergebnisse sind insgesamt interessant, aber nicht einheitlich. Unterschiede bestehen unter anderem hinsichtlich:


  • Art der Hypnose
  • Zeitpunkt der Anwendung
  • Art der Zahnbehandlung
  • Stärke der Angst
  • Vergleichsbehandlung
  • Studienqualität


Deshalb sollte Hypnose nicht als garantierte Behandlung einer Zahnbehandlungsphobie dargestellt werden. Sie kann jedoch bei ausgewählten Patientinnen und Patienten als ergänzender Ansatz zur Angst- und Stressregulation sinnvoll sein.

Hypnose bei Bruxismus

Die spezifische Evidenz für Hypnose bei Bruxismus ist begrenzt.


Aktuelle Empfehlungen zum Bruxismus berücksichtigen insbesondere:


  • Aufklärung
  • Selbstbeobachtung
  • Selbsthilfemaßnahmen
  • Wahrnehmung
  • Entspannung
  • weitere individuell geeignete Behandlungsverfahren


Für Hypnose allein lässt sich derzeit keine sichere allgemeine Wirksamkeitsaussage ableiten.

Hypnose bei CMD und orofazialen Schmerzen

Auch bei CMD und chronischen orofazialen Schmerzen gibt es Untersuchungen zu hypnotischen Verfahren.


Die Ergebnisse sind teilweise vielversprechend.


Die Studienlage ist jedoch deutlich kleiner und heterogener als beispielsweise die Hypnoseforschung bei Schmerz insgesamt.


Die seriöse Einordnung lautet deshalb:


Medizinische Hypnotherapie kann bei ausgewählten Patientinnen und Patienten ein ergänzender Ansatz sein, insbesondere wenn Angst, Muskelanspannung, Stress, Schmerzaufmerksamkeit und Selbstregulation therapeutisch relevante Ziele sind.


Die maßgeblichen Leitlinien und wissenschaftlichen Übersichtsarbeiten finden Sie im Quellenblock am Ende dieser Seite.

Für wen kann medizinische Hypnotherapie sinnvoll sein?

Eine hypnotherapeutische Begleitung kann besonders dann sinnvoll sein, wenn Sie:


  • vor Zahnarztterminen stark angespannt sind
  • unter ausgeprägter Angst vor Zahnbehandlungen leiden
  • besonders unter Kontrollverlustangst leiden
  • eine bevorstehende Zahnbehandlung psychisch vorbereiten möchten
  • Selbsthypnose für Zahnbehandlungen erlernen möchten
  • bei Zahnbehandlungen unter stressverstärktem Würgereiz leiden
  • tagsüber häufig unbewusst die Zähne zusammenpressen
  • chronische Kieferanspannung erleben
  • bei CMD zusätzlich unter Stress und schmerzbezogener Anspannung leiden
  • sich durch Kieferbeschwerden ständig beobachten
  • einen ergänzenden psychosomatischen Behandlungsansatz suchen


Entscheidend ist nicht allein die Diagnose.


Entscheidend ist das konkrete Behandlungsziel.

Wann ist Hypnotherapie nicht ausreichend?

Hypnotherapie ist nicht die richtige oder allein ausreichende Behandlung bei:


  • akuten Zahnschmerzen ohne zahnärztliche Abklärung
  • Verdacht auf Entzündung oder Abszess
  • akuten zahnmedizinischen Notfällen
  • ungeklärten Kieferbeschwerden
  • strukturellen oder funktionellen Problemen ohne angemessene Diagnostik
  • relevanten Zahnschäden durch Bruxismus ohne zahnärztliche Betreuung
  • schwerer Zahnbehandlungsphobie, wenn eine umfassendere psychotherapeutische Behandlung erforderlich ist
  • der Erwartung, eine notwendige Zahnbehandlung durch Hypnose zu ersetzen
  • der Erwartung, notwendige Betäubung grundsätzlich vermeiden zu können


In akuten zahnmedizinischen Situationen steht die entsprechende Behandlung im Vordergrund.

Zahnschmerzen müssen zahnärztlich abgeklärt werden

Dieser Punkt ist besonders wichtig.


Zahnschmerzen können beispielsweise auf:


  • Karies
  • Entzündungen
  • Erkrankungen des Zahnhalteapparates
  • andere zahnmedizinische Ursachen


zurückgehen.


Sie dürfen nicht vorschnell als: „Stress“ oder: „psychosomatisch“ eingeordnet werden. Hypnotherapie darf notwendige zahnärztliche Diagnostik nicht verzögern.

Wie läuft die Behandlung in der Praxis ab?

Ablaufschritt eins GrafikzahlEine weiße Eins (numerische Zahl) auf dunkelblauem Untergrund

Erstgespräch

Zunächst geht es darum, Ihre individuelle Situation zu verstehen.


Je nach Beschwerdebild können besprochen werden:


  • Art und Stärke der Zahnarztangst
  • bisherige Erfahrungen mit Zahnbehandlungen
  • Vermeidungsverhalten
  • bevorstehende Behandlungen
  • Kontrollverlustangst
  • Würgereiz
  • Bruxismus
  • Kieferanspannung
  • CMD-Beschwerden
  • bisherige zahnärztliche Diagnostik
  • aktuelle Behandlungen
  • Stress und innere Anspannung
  • Erwartungen an Hypnotherapie
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Medizinische und psychosomatische Einordnung

Gemeinsam wird geklärt:


  • Was ist das konkrete Beschwerdebild?
  • Liegt Zahnarztangst oder möglicherweise eine ausgeprägte Phobie vor?
  • Besteht Wach- oder Schlafbruxismus?
  • Wurde eine CMD zahnärztlich beziehungsweise funktionsdiagnostisch eingeordnet?
  • Welche körperlichen Ursachen müssen berücksichtigt werden?
  • Welche Rolle spielen Angst, Stress und innere Anspannung?
  • Ist medizinische Hypnotherapie für das konkrete Ziel geeignet?
Ablaufschritt drei GrafikzahlEine weiße Drei (numerische Zahl) auf dunkelblauem Untergrund

Individuelle Muster verstehen

Bei Zahnarztangst kann betrachtet werden:


  • Was genau löst Angst aus?
  • Wann beginnt die Angst?
  • Welche körperlichen Reaktionen treten auf?
  • Was wird vermieden?
  • Welche Erfahrungen spielen eine Rolle?


Bei Bruxismus oder CMD kann betrachtet werden:


  • Wann tritt Kieferanspannung auf?
  • Wann wird gepresst?
  • Welche Situationen verstärken Beschwerden?
  • Wie stark wird der Kiefer beobachtet?
  • Welche Rolle spielen Stress und Erholung?
  • Welche Behandlungen bestehen bereits?
Ablaufschritt vier GrafikzahlEine weiße Vier (numerische Zahl) auf dunkelblauem Untergrund

Behandlungsziel festlegen

Mögliche Ziele können sein:


  • einen Zahnarzttermin besser bewältigen
  • weniger körperliche Alarmreaktionen erleben
  • Selbsthypnose erlernen
  • Kontrollverlustangst reduzieren
  • mit Würgereiz besser umgehen
  • Kieferanspannung früher wahrnehmen
  • Wachpressen bewusster unterbrechen
  • mit CMD-Schmerzen anders umgehen
  • Stressregulation verbessern
  • Selbstwirksamkeit stärken
Ablaufschritt fünf GrafikzahlEine weiße Fünf (numerische Zahl) auf dunkelblauem Untergrund

Hypnotherapeutische Arbeit

Je nach Behandlungsziel können eingesetzt werden:


  • fokussierte Aufmerksamkeit
  • Körperwahrnehmung
  • Angstregulation
  • innere Bilder
  • Ressourcenarbeit
  • Stressregulation
  • Aufmerksamkeitslenkung
  • Vorbereitung konkreter Situationen
  • persönliche Suggestionen


Die Behandlung wird individuell angepasst.

Ablaufschritt sechs GrafikzahlEine weiße Sech (numerische Zahl) auf dunkelblauem Untergrund

Selbsthypnose und Übungen für den Alltag

Wenn es zum Behandlungsziel passt, kann eine persönliche Selbsthypnose entwickelt werden.


Mögliche Einsatzbereiche sind:


  • vor Zahnarztterminen
  • im Wartezimmer
  • während einer Zahnbehandlung
  • bei beginnender Kieferanspannung
  • in stressreichen Alltagssituationen
  • zur regelmäßigen Selbstregulation
Ablaufschritt sieben GrafikzahlEine weiße Sieben (numerische Zahl) auf dunkelblauem Untergrund

Verlaufskontrolle

Im Verlauf wird gemeinsam betrachtet:


  • Wie verändert sich die Angst?
  • Werden Zahnarzttermine besser bewältigbar?
  • Gelingt die Selbsthypnose?
  • Wie entwickelt sich die Kontrollverlustangst?
  • Wird Kieferanspannung früher wahrgenommen?
  • Wie verändern sich automatische Pressmuster?
  • Wie entwickelt sich die Schmerzbelastung?
  • Muss das therapeutische Vorgehen angepasst werden?

Häufige Fragen zu Zahnarztangst, Bruxismus, CMD und Hypnose

Kann Hypnose Zahnarztangst heilen?

Eine Heilung kann nicht versprochen werden.


Medizinische Hypnotherapie kann helfen, Angst, körperliche Anspannung und Kontrollverlustangst zu beeinflussen.


Bei einer ausgeprägten Zahnbehandlungsphobie kann eine umfassendere psychotherapeutische Angstbehandlung notwendig sein.

Kann ich mit Hypnose eine Zahnbehandlung ohne Betäubung durchführen lassen?

Darauf sollte man sich nicht verlassen.


Hypnose ersetzt eine medizinisch notwendige Lokalanästhesie nicht grundsätzlich.


Die Entscheidung über die zahnmedizinische Schmerzausschaltung trifft die behandelnde Zahnärztin beziehungsweise der behandelnde Zahnarzt.

Bin ich während der Hypnose willenlos?

Nein.


Medizinische Hypnose zielt nicht auf Willenlosigkeit oder Kontrollverlust.


Gerade bei Zahnarztangst kann ein wichtiges Ziel sein, Selbstregulation und das Gefühl eigener Handlungsmöglichkeiten zu stärken.

Kann ich Selbsthypnose während einer Zahnbehandlung anwenden?

Ja, eine zuvor eingeübte Selbsthypnose kann je nach individueller Situation während einer Zahnbehandlung genutzt werden.


Sie sollte möglichst vor dem Termin ausreichend vertraut sein.

Kann Hypnose gegen Würgereiz helfen?

Wenn Angst, Anspannung und Aufmerksamkeit den Würgereiz zusätzlich verstärken, können hypnotische Verfahren bei ausgewählten Patientinnen und Patienten erprobt werden. Die Evidenz besteht überwiegend aus klinischer Erfahrung, Übersichten und Einzelfallberichten.


Eine vollständige oder garantierte Beseitigung des Würgereizes kann nicht versprochen werden.

Ist Zähneknirschen immer stressbedingt?

Nein.


Bruxismus ist ein komplexes Geschehen.


Stress und psychische Belastung können insbesondere bei manchen Menschen eine Rolle spielen, erklären aber nicht jeden Fall.

Was ist der Unterschied zwischen Wachbruxismus und Schlafbruxismus?

Wachbruxismus bezeichnet bestimmte Aktivitäten der Kaumuskulatur während des Wachzustands.


Schlafbruxismus tritt während des Schlafs auf.


Die beiden Formen sollten nicht einfach gleichgesetzt werden.

Kann Hypnose Zähneknirschen stoppen?

Eine sichere Beendigung von Bruxismus durch Hypnose kann nicht versprochen werden.


Besonders bei Wachbruxismus kann hypnotherapeutische Arbeit ergänzend dabei unterstützen, Kieferanspannung und Pressmuster früher wahrzunehmen sowie alternative Reaktionen einzuüben. Für Schlafbruxismus lässt sich daraus keine entsprechende Wirksamkeitsaussage ableiten.

Kann Hypnose CMD heilen?

Eine Heilung von CMD durch Hypnose kann nicht versprochen werden.


CMD umfasst unterschiedliche Beschwerden und mögliche Ursachen.


Hypnotherapie kann ergänzend bei Muskelanspannung, Stress, Schmerzbelastung, Aufmerksamkeit und Selbstregulation eingesetzt werden.

Brauche ich trotz Hypnotherapie eine Zahnschiene?

Ob eine Schiene medizinisch sinnvoll ist, muss zahnärztlich beurteilt werden.


Hypnotherapie ersetzt keine medizinisch indizierte Schienentherapie.

Kann ich die Behandlung in Dunjas Praxis direkt während meiner Zahnbehandlung erhalten?

Der Schwerpunkt der Praxis liegt auf der hypnotherapeutischen Vorbereitung, Angstregulation und dem Erlernen von Selbsthypnose.


Die eigentliche zahnärztliche Behandlung findet in der behandelnden Zahnarztpraxis statt.

Nicht Kontrolle abgeben — sondern Selbstregulation stärken

Zahnarztangst, Bruxismus und CMD sind unterschiedliche Beschwerdebilder.


Sie dürfen nicht auf eine einzige psychische Ursache reduziert werden.


Bei Zahnarztangst kann Angst eine medizinisch notwendige Behandlung erschweren oder verhindern.


Bei Bruxismus können automatisierte Muskelaktivitäten und unterschiedliche Einflussfaktoren eine Rolle spielen.


Bei CMD können körperliche, funktionelle, schmerzbezogene und psychosoziale Faktoren miteinander in Wechselwirkung stehen.


Medizinische Hypnotherapie setzt deshalb nicht bei der vereinfachten Vorstellung an:


„Das ist alles nur Stress.“


Sondern bei der differenzierteren Frage:


„Welche Anteile der individuellen Belastung können therapeutisch beeinflusst werden?“


Vielleicht ist es die Angst vor dem Zahnarztstuhl.


Vielleicht das Gefühl von Kontrollverlust.


Vielleicht ein automatisiertes Pressmuster am Tag.


Vielleicht eine chronische Kieferanspannung.


Vielleicht die ständige Aufmerksamkeit auf Schmerzen.


Medizinische Hypnose und Selbsthypnose können hier einen ergänzenden Zugang bieten.


Nicht als Ersatz für Zahnmedizin.


Nicht als Garantie.


Nicht als „Weg-Hypnose“ von Angst, Bruxismus oder CMD.


Sondern als ärztlich verantwortete Unterstützung bei Angstregulation, Selbstwahrnehmung, Anspannung, Schmerzverarbeitung und Selbstwirksamkeit.

Kontakt

Sie leiden unter Zahnarztangst, ausgeprägter Kieferanspannung, Zähnepressen oder CMD-Beschwerden und möchten wissen, ob medizinische Hypnotherapie oder Selbsthypnose für Ihre individuelle Situation eine sinnvolle Ergänzung sein kann?


In einem Erstgespräch können Ihre Beschwerden, die bisherige zahnärztliche beziehungsweise medizinische Diagnostik und Ihre persönlichen Behandlungsziele sorgfältig eingeordnet werden.

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Quellen und weiterführende Informationen

Die folgenden Quellen dienen der medizinischen und wissenschaftlichen Einordnung der dargestellten Inhalte. Die Auswahl ist keine vollständige Bibliografie und ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung.

Enkling N, Bandelow B, Beck J, et al. S3-Leitlinie Zahnbehandlungsangst beim Erwachsenen. AWMF-Registernummer 083-020, Langfassung 2019.

Status: abgelaufen; vor Veröffentlichung erneut auf eine Aktualisierung prüfen Die Leitlinie ist abgelaufen, bleibt aber die letzte umfassende deutsche Leitlinienfassung. Sie bewertet Expositions-KVT als Therapie erster Wahl und Hypnose bei krankheitswertiger Angst nicht als evidenzbasierte ursächliche Therapie. 

Wolf TG, Schläppi S, Benz CI, Campus G. Efficacy of Hypnosis on Dental Anxiety and Phobia: A Systematic Review and Meta-Analysis. Brain Sciences. 2022;12(5):521. DOI 10.3390/brainsci12050521.

Unterstützt einen möglichen kurzfristigen Nutzen in ausgewählten zahnmedizinischen Situationen, erlaubt aber keine Garantie und ersetzt bei einer ausgeprägten Phobie keine leitlinienorientierte Angsttherapie. 

Deutsche Gesellschaft für Funktionsdiagnostik und -therapie und Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde. S3-Leitlinie Diagnostik und Behandlung von Bruxismus. AWMF-Registernummer 083-027, Version 2.1, Stand 31.01.2026.

Maßgebliche aktuelle Quelle zur Trennung von Wach- und Schlafbruxismus, zu Diagnostik, Risikofaktoren und Therapie. Für Hypnose ist keine sichere Wirksamkeitsaussage möglich. 

Schiffman E, Ohrbach R, Truelove E, et al. Diagnostic Criteria for Temporomandibular Disorders (DC/TMD) for Clinical and Research Applications. Journal of Oral & Facial Pain and Headache. 2014;28(1):6–27. DOI 10.11607/jop.1151.

International etablierte Grundlage für die klinische und psychosoziale Einordnung von CMD. 

Zhang Y, Montoya L, Ebrahim S, et al. Hypnosis/Relaxation Therapy for Temporomandibular Disorders: A Systematic Review and Meta-Analysis of Randomized Controlled Trials. Journal of Oral & Facial Pain and Headache. 2015;29(2):115–125. DOI 10.11607/ofph.1330.

Nur drei kleine Studien mit 159 Personen; begrenzter beziehungsweise kein sicherer Nutzen für zentrale Schmerzparameter. Geeignet zur Begründung einer sehr zurückhaltenden Einordnung. 

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