Schwere Erkrankungen und Krankheitsverarbeitung

Nahaufnahme einer Holzoberfläche mit sichtbaren Jahresringen und dunklen Verfärbungen.

                Krankheitsverarbeitung

                                                                            & Hypnose

Ein Blumenstrauß mit orangefarbenen und weißen Blüten im Vordergrund, unscharfer Hintergrund mit Holzboden und Wanddekorationen.

                                             Wie medizinische Hypnose 

                                                                                 unterstützen kann

Impressionen Praxis Dunja Schmidt

Ärztlich-psychosomatische Begleitung bei Angst, Kontrollverlust und

seelischer Belastung durch eine schwere Erkrankung

Eine schwere oder chronische Erkrankung verändert oft mehr als den Körper.


Eine Diagnose kann das bisherige Leben plötzlich infrage stellen. Untersuchungen, Behandlungen und Kontrolltermine bestimmen den Alltag.


Zukunftspläne werden unsicher.


Der eigene Körper, der bisher selbstverständlich funktioniert hat, kann sich plötzlich fremd, verletzlich oder unberechenbar anfühlen.


Viele Patientinnen und Patienten erleben in dieser Situation:


  • Angst vor dem weiteren Krankheitsverlauf
  • Sorge vor Untersuchungen oder Befunden
  • innere Unruhe und Grübeln
  • depressive Verstimmung
  • Schlafprobleme
  • Erschöpfung und Fatigue
  • verstärkte Wahrnehmung von Schmerzen oder anderen Beschwerden
  • das Gefühl von Kontrollverlust
  • Misstrauen gegenüber dem eigenen Körper
  • Schwierigkeiten, die Erkrankung in das eigene Leben zu integrieren


Diese Reaktionen sind kein Zeichen persönlicher Schwäche.


Eine schwere Erkrankung kann eine erhebliche seelische Belastung darstellen. 


Medizinische Hypnotherapie kann dabei unterstützen, mit Angst, Anspannung, Schmerzen, belastender Körperwahrnehmung und dem Gefühl des Ausgeliefertseins besser umzugehen.


Sie behandelt dabei nicht die körperliche Grunderkrankung selbst, sondern kann die medizinische Versorgung psychosomatisch und psychotherapeutisch ergänzen.


Die wissenschaftliche Evidenz ist je nach Erkrankung und Behandlungsziel unterschiedlich.


Am besten untersucht sind ausgewählte Belastungs- und Symptomziele, etwa Angst, Schmerz oder Belastung im Zusammenhang mit medizinischen Prozeduren; daraus lässt sich keine Wirkung auf den Verlauf der Grunderkrankung ableiten.

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Wenn eine Diagnose das Leben verändert

Manche Diagnosen treffen Menschen völlig unerwartet.


Andere Erkrankungen entwickeln sich langsam, führen aber mit der Zeit zu immer größeren Einschränkungen.


In beiden Fällen kann sich das Leben in ein „Davor“ und ein „Danach“ teilen.


Plötzlich entstehen Fragen wie:


  • Wie wird die Erkrankung weiter verlaufen?
  • Was kann ich meinem Körper noch zutrauen?
  • Werde ich wieder gesund?
  • Wie werde ich mit möglichen Einschränkungen leben?
  • Wie soll ich die nächste Untersuchung aushalten?
  • Was bedeutet die Erkrankung für meine Familie oder meinen Beruf?
  • Warum kann ich nicht einfach wieder so sein wie vorher?
  • Wie bekomme ich die Angst aus meinem Kopf?


Nicht auf jede dieser Fragen gibt es eine schnelle Antwort.

Krankheitsverarbeitung bedeutet deshalb nicht, eine schwere Erkrankung einfach „positiv zu sehen“ oder möglichst schnell zu akzeptieren.


Es geht vielmehr darum, einen persönlichen Umgang mit einer veränderten Lebenssituation zu entwickeln.


Dazu kann gehören:


  • Angst wahrzunehmen, ohne vollständig von ihr bestimmt zu werden
  • Unsicherheit besser auszuhalten
  • wieder mehr innere Stabilität zu entwickeln
  • Vertrauen in vorhandene Fähigkeiten zurückzugewinnen
  • den eigenen Körper nicht nur als Bedrohung zu erleben
  • trotz Erkrankung Handlungsspielräume wahrzunehmen
  • mit Verlusten, Veränderungen und Grenzen umzugehen
  • neue Orientierung zu finden

Häufige seelische Folgen schwerer Erkrankungen

Eine körperliche Erkrankung und die psychische Reaktion darauf lassen sich nicht immer voneinander trennen.


Körperliche Symptome können seelisch belasten. Angst und dauerhafte Anspannung können wiederum die Wahrnehmung von Beschwerden verstärken.


So können sich Kreisläufe entwickeln, die zusätzlich Kraft kosten.

Angst und Krankheitsangst

Angst ist nach einer schweren Diagnose zunächst eine nachvollziehbare Reaktion.


Sie kann sich beziehen auf:


  • den weiteren Krankheitsverlauf
  • Schmerzen
  • mögliche Einschränkungen
  • Untersuchungen
  • Operationen
  • Kontrolltermine
  • Rückfälle oder Verschlechterungen
  • Abhängigkeit von medizinischer Behandlung
  • Sterben und Tod


Manche Menschen erleben eine dauerhaft erhöhte innere Alarmbereitschaft.


Jede neue Körperempfindung wird aufmerksam beobachtet. Ein Schmerz, ein Herzstolpern oder eine ungewöhnliche Müdigkeit kann sofort die Sorge auslösen, dass sich die Erkrankung verschlechtert habe.


Medizinische Hypnotherapie kann helfen

Angst vor Kontrolluntersuchungen

Viele Patientinnen und Patienten erleben die Zeit vor Kontrolluntersuchungen als besonders belastend.


Schon Tage oder Wochen vorher können auftreten:


  • Grübeln
  • Schlafprobleme
  • körperliche Anspannung
  • innere Unruhe
  • Konzentrationsprobleme
  • Angst vor einem schlechten Befund


Die Untersuchung selbst wird dann nicht nur zu einem medizinischen Termin, sondern zu einer emotionalen Ausnahmesituation.


Hypnotherapeutische Verfahren und Selbsthypnose können helfen, sich auf solche Situationen vorzubereiten und mit der eigenen Anspannung anders umzugehen.

Depressive Verstimmung und Verlust von Lebensperspektive

Eine schwere Erkrankung kann mit Verlusten verbunden sein:


  • Verlust körperlicher Leistungsfähigkeit
  • Verlust von Sicherheit
  • Verlust gewohnter Rollen
  • Veränderungen im Beruf
  • Einschränkungen in Freizeit und Beziehungen
  • Verlust bisheriger Zukunftsvorstellungen


Trauer, Niedergeschlagenheit und Verunsicherung können Teil der Krankheitsverarbeitung sein.


Wenn Hoffnungslosigkeit, Antriebslosigkeit oder depressive Symptome stärker ausgeprägt sind oder länger bestehen, ist eine sorgfältige psychotherapeutische und gegebenenfalls psychiatrische Einordnung wichtig.

Schlafprobleme

Schlaf kann durch viele Faktoren beeinträchtigt werden:


  • Angst
  • Grübeln
  • Schmerzen
  • körperliche Beschwerden
  • medizinische Behandlungen
  • veränderte Tagesstrukturen
  • innere Alarmbereitschaft


Schlechter Schlaf wiederum kann Erschöpfung, Reizbarkeit, Schmerzempfindlichkeit und psychische Belastung verstärken.


Hypnotherapeutische Arbeit kann dabei unterstützen, innere Beruhigung und einen günstigeren Umgang mit nächtlichem Grübeln und Anspannung zu entwickeln.

Fatigue und Erschöpfung

Fatigue ist mehr als normale Müdigkeit.


Sie kann bei verschiedenen schweren und chronischen Erkrankungen auftreten und das Leben erheblich beeinträchtigen.


Wichtig ist:


Fatigue darf nicht vorschnell als rein psychisches Problem erklärt werden.


Sie kann körperliche, neurologische, entzündliche, behandlungsbedingte und weitere Ursachen haben.


Psychosomatische und hypnotherapeutische Begleitung zielt deshalb nicht darauf, Fatigue „wegzudenken“. Sie kann vielmehr helfen, mit Erschöpfung, Frustration, Angst, Grenzen und dem Verlust bisheriger Leistungsfähigkeit umzugehen.


Bei Multipler Sklerose gibt es neuere Studien, die einen möglichen Nutzen hypnotischer beziehungsweise selbsthypnotischer Interventionen für Fatigue und Schlaf untersuchen. Diese Ergebnisse betreffen die Symptomunterstützung und nicht die Behandlung des neurologischen Krankheitsprozesses.

Schmerz und verstärkte Schmerzbelastung

Schmerzen können unmittelbar durch eine Erkrankung oder deren Behandlung entstehen.


Gleichzeitig wird Schmerz im Nervensystem verarbeitet und von verschiedenen Faktoren beeinflusst, darunter:


  • Angst
  • Aufmerksamkeit
  • Erwartung
  • Schlaf
  • Stress
  • frühere Schmerzerfahrungen
  • körperliche Anspannung


Das bedeutet nicht, dass Schmerz „psychisch“ oder eingebildet ist.


Es bedeutet, dass neben der Behandlung körperlicher Schmerzursachen auch die Schmerzverarbeitung therapeutisch beeinflusst werden kann.


Gerade für Schmerz gehört Hypnose zu den wissenschaftlich besonders umfangreich untersuchten Anwendungsgebieten.

Kontrollverlust und Körpermisstrauen

Eine schwere Erkrankung kann das Gefühl erschüttern, den eigenen Körper zu kennen.


Viele Patientinnen und Patienten berichten:


  • „Ich traue meinem Körper nicht mehr.“
  • „Ich beobachte jedes Symptom.“
  • „Ich habe ständig Angst, etwas zu übersehen.“
  • „Ich fühle mich meinem Körper ausgeliefert.“
  • „Seit der Erkrankung ist nichts mehr selbstverständlich.“


Diese Erfahrung kann sehr belastend sein.


Ein wichtiges Ziel der Behandlung kann deshalb sein, wieder mehr Selbstwirksamkeit zu erleben.


Nicht im Sinne vollständiger Kontrolle über eine Erkrankung.


Sondern im Sinne der Erfahrung:


Auch wenn ich nicht alles kontrollieren kann, kann ich beeinflussen, wie ich mit Angst, Anspannung und Belastung umgehe.

Bei welchen Erkrankungen kann Krankheitsverarbeitung eine Rolle spielen?

Grundsätzlich kann jede schwere, chronische oder lebensverändernde Erkrankung auch seelisch belasten. Die folgenden Beispiele zeigen typische Situationen, in denen eine psychosomatische oder hypnotherapeutische Begleitung sinnvoll sein kann.

Tumorerkrankungen

Eine Krebserkrankung kann mit erheblicher psychischer Belastung verbunden sein.


Belastend sein können:


• die Diagnose selbst

• diagnostische Untersuchungen

• Operationen

• medikamentöse oder andere onkologische Behandlungen

• Nebenwirkungen

• Schmerzen

• Erschöpfung

• Veränderungen des Körpers

• Kontrolluntersuchungen

• Angst vor einem Rückfall

• existenzielle Fragen


Nicht alle Menschen reagieren gleich.


Manche entwickeln starke Ängste oder depressive Symptome. Andere erleben eher Schlafprobleme, innere Unruhe oder das Gefühl, ständig funktionieren zu müssen.


Medizinische Hypnotherapie kann dabei unterstützend eingesetzt werden, zum Beispiel bei:


• Angst

• innerer Anspannung

• Schmerz

• belastenden medizinischen Situationen

• Schlafproblemen

• Krankheitsverarbeitung

• dem Gefühl von Kontrollverlust


Sie behandelt nicht den Tumor und ersetzt keine onkologische Therapie.

Multiple Sklerose

Multiple Sklerose kann mit sehr unterschiedlichen Verläufen und Beschwerden verbunden sein.


Für viele Betroffene ist gerade die Unvorhersehbarkeit belastend.


Mögliche Themen sind:


  • Fatigue
  • Schmerzen
  • Schlafprobleme
  • körperliche Veränderungen
  • Zukunftsangst
  • Unsicherheit vor möglichen Verschlechterungen
  • Verlust von Vertrauen in den eigenen Körper
  • depressive Symptome
  • veränderte Lebensplanung


Hypnotherapeutische Arbeit kann sich auf die psychische und symptombezogene Belastung richten.


Mögliche Ziele sind:


  • Stressregulation
  • Umgang mit Fatigue
  • Schmerzbewältigung
  • innere Stabilisierung
  • Verbesserung der Selbstwirksamkeit
  • Umgang mit Unsicherheit


Die bisherige Forschung zu Hypnotherapie bei MS ist interessant, aber noch deutlich begrenzter als beispielsweise die Forschung zu Schmerz oder medizinischen Eingriffen.


Hypnose ist keine neurologische Basistherapie und behandelt nicht die zugrunde liegenden Krankheitsmechanismen der Multiplen Sklerose.

Koronare Herzerkrankung und andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Eine Herzerkrankung kann das Gefühl körperlicher Sicherheit tief erschüttern.


Nach einem Herzinfarkt, einem Eingriff oder der Diagnose einer koronaren Herzerkrankung entwickeln manche Menschen:


  • Angst vor erneuten Beschwerden
  • starke Aufmerksamkeit auf den Herzschlag
  • Sorge vor körperlicher Belastung
  • Vermeidungsverhalten
  • innere Unruhe
  • Schlafprobleme
  • Angst vor einem weiteren Ereignis


Medizinische Hypnotherapie kann hier zur Regulation von Angst, Anspannung und belastender Körperbeobachtung eingesetzt werden.


Sie behandelt jedoch nicht die koronare Gefäßerkrankung selbst.


Sie ersetzt keine:


  • kardiologische Diagnostik
  • medizinische Behandlung
  • Rehabilitation
  • Bewegungsempfehlungen
  • notwendige medikamentöse Therapie


Das Ziel liegt in der psychosomatischen und psychotherapeutischen Begleitung.

Schlaganfallfolgen und Parkinson

Neurologische Erkrankungen oder ein Schlaganfall können das Selbstbild und die Wahrnehmung des eigenen Körpers erheblich verändern.


Belastend sein können beispielsweise:


  • Verlust bisheriger Fähigkeiten
  • Angst vor weiterer Verschlechterung
  • veränderte Beweglichkeit
  • Abhängigkeit von Unterstützung
  • depressive Verstimmung
  • Schlafprobleme
  • Verlust von Selbstvertrauen
  • veränderte Zukunftsperspektiven


Hypnotherapeutische Unterstützung kann sich auf Krankheitsverarbeitung, innere Stabilität, Angst und Selbstwirksamkeit richten.


Sie ersetzt keine neurologische Behandlung oder Rehabilitation.


Auch hier gilt:


Nicht jede neurologische Erkrankung und nicht jede Krankheitsphase eignet sich gleichermaßen für Hypnotherapie. Die individuelle medizinische und psychische Situation muss berücksichtigt werden.

Long COVID, Post-COVID und ME/CFS

Bei Long COVID, Post-COVID und ME/CFS ist eine besonders sorgfältige Sprache notwendig.


Körperliche Symptome wie:


  • Fatigue
  • Belastungsintoleranz
  • kognitive Beschwerden
  • Schlafprobleme
  • Schmerzen
  • autonome Beschwerden


dürfen nicht vorschnell psychologisiert werden.


Psychosomatische oder hypnotherapeutische Unterstützung bedeutet hier ausdrücklich nicht, die Erkrankung als „nur psychisch“ zu erklären.


Eine mögliche Behandlung kann sich vielmehr darauf richten:


  • mit der Belastung einer chronischen Erkrankung umzugehen
  • Ängste und Verunsicherung zu regulieren
  • Grenzen besser wahrzunehmen und zu respektieren
  • mit dem Verlust bisheriger Leistungsfähigkeit umzugehen
  • Schlaf und innere Beruhigung zu unterstützen
  • Selbstfürsorge und Selbstregulation zu stärken


Bei ME/CFS und ausgeprägter Belastungsintoleranz muss insbesondere die körperliche Belastbarkeit berücksichtigt werden.


Psychotherapeutische oder hypnotherapeutische Unterstützung darf nicht darauf ausgerichtet sein, reale körperliche Grenzen durch Druck oder erzwungene Aktivitätssteigerung zu überwinden.

Dialyse, chronische Nierenerkrankung und Transplantation

Chronische Nierenerkrankungen, Dialysepflichtigkeit und Organtransplantationen können den Alltag tiefgreifend verändern.


Mögliche Belastungen sind:


  • Abhängigkeit von regelmäßiger Behandlung
  • Einschränkungen des Alltags
  • Angst vor Verschlechterung
  • Sorge um ein Transplantat
  • Kontrollverlust
  • Erschöpfung
  • Schlafprobleme
  • lang andauernde medizinische Belastung


Hypnotherapeutische Begleitung kann helfen, mit Angst, Anspannung und Krankheitsbelastung umzugehen und vorhandene Ressourcen wieder besser zugänglich zu machen.


Die nephrologische beziehungsweise transplantationsmedizinische Behandlung wird dadurch selbstverständlich nicht ersetzt.

Nach Intensivstation, schweren Operationen und medizinisch traumatischen Erfahrungen

Nicht nur eine Erkrankung selbst kann psychisch belasten.


Auch medizinische Behandlung kann als bedrohlich oder traumatisch erlebt werden.


Das kann beispielsweise der Fall sein nach:


  • intensivmedizinischer Behandlung
  • Beatmung
  • Reanimation
  • schwerer Operation
  • langem Krankenhausaufenthalt
  • komplizierten medizinischen Eingriffen
  • Situationen mit starker Todesangst
  • erlebtem Kontrollverlust


Danach können unter anderem auftreten:


  • Albträume
  • belastende Erinnerungen
  • innere Unruhe
  • Angst vor Krankenhäusern oder Untersuchungen
  • Körpermisstrauen
  • Schreckhaftigkeit
  • Schlafprobleme
  • Vermeidung medizinischer Situationen


Hypnotherapeutische Arbeit kann hier zur Stabilisierung, Ressourcenaktivierung und Wiedergewinnung innerer Sicherheit beitragen.


Bei ausgeprägten Traumafolgestörungen ist jedoch eine sorgfältige psychotherapeutische Diagnostik notwendig. Nicht jede hypnotische Methode ist in jeder Behandlungsphase geeignet.

Wie medizinische Hypnotherapie bei der Krankheitsverarbeitung unterstützen kann

Medizinische Hypnotherapie kann auf verschiedenen Ebenen ansetzen.

Angst und innere Alarmbereitschaft regulieren

Eine schwere Erkrankung kann das Nervensystem dauerhaft in Alarmbereitschaft halten.


Hypnotherapeutische Arbeit kann helfen:


  • körperliche Anspannung früher wahrzunehmen
  • Beruhigungsreaktionen einzuüben
  • innere Sicherheitsvorstellungen zu entwickeln
  • Aufmerksamkeit gezielt zu lenken
  • mit belastenden Gedanken anders umzugehen


Das Ziel ist nicht, berechtigte medizinische Sorgen zu verdrängen.


Es geht darum, dass Angst nicht das gesamte Leben bestimmen muss.

Schmerzverarbeitung beeinflussen

Bei Schmerzen kann Hypnose mit:


  • Aufmerksamkeit
  • Körperwahrnehmung
  • inneren Bildern
  • emotionaler Bewertung
  • Entspannung
  • Distanzierung
  • Selbsthypnose


arbeiten.


Dabei wird der Schmerz nicht geleugnet oder „weggeredet“.


Das Ziel kann sein, die Belastung durch Schmerz zu reduzieren und wieder mehr Handlungsspielraum zu erleben.

Krankheitsverarbeitung unterstützen

Manche Erfahrungen lassen sich nicht einfach durch vernünftige Gedanken bewältigen.


Eine Diagnose kann emotional weit tiefer wirken als das, was sich rational erklären lässt.


Hypnotherapeutische Arbeit kann deshalb auch mit:


  • inneren Bildern
  • persönlichen Ressourcen
  • Sicherheit
  • Selbstmitgefühl
  • veränderten Perspektiven
  • Zukunftsvorstellungen
  • inneren Konflikten


arbeiten.


Dabei geht es nicht darum, eine Krankheit „positiv denken“ zu müssen.


Es geht darum, einen persönlichen Umgang mit einer schwierigen Realität zu entwickeln.

Körpervertrauen vorsichtig wieder aufbauen

Nach einer schweren Erkrankung kann der Körper fast ausschließlich als Gefahrenquelle wahrgenommen werden.


Jede Empfindung wird beobachtet.


Hypnotherapie kann helfen, die Körperwahrnehmung wieder differenzierter zu gestalten.


Neben Beschwerden können nach und nach auch andere Empfindungen wieder Raum bekommen:


  • Ruhe
  • Wärme
  • Halt
  • Sicherheit
  • Beweglichkeit
  • angenehme Körperbereiche
  • Momente von Entlastung


Das bedeutet nicht, Warnzeichen zu ignorieren.


Es bedeutet, den Körper nicht ausschließlich unter dem Blickwinkel möglicher Gefahr zu erleben.

Selbstwirksamkeit stärken

Eine Erkrankung kann vieles bestimmen, was sich nicht kontrollieren lässt.


Gerade deshalb kann es wichtig sein, dort wieder Einflussmöglichkeiten zu erleben, wo sie tatsächlich bestehen.


Zum Beispiel:


  • den eigenen Atem beruhigen
  • Aufmerksamkeit lenken
  • Selbsthypnose anwenden
  • sich auf Untersuchungen vorbereiten
  • mit Angst anders umgehen
  • innere Ressourcen aktivieren
  • Belastungsgrenzen besser wahrnehmen


Selbstwirksamkeit bedeutet nicht:


„Ich kann meine Krankheit kontrollieren.“


Sondern:


„Ich kann lernen, meinen Umgang mit Belastung aktiv mitzugestalten.“

Medizinische Untersuchungen und Behandlungen besser bewältigen

Untersuchungen, Eingriffe und Kontrolltermine können starke Angst auslösen.


Hypnotherapeutische Vorbereitung kann dabei helfen:


  • einen inneren Ruhepunkt zu entwickeln
  • körperliche Anspannung zu reduzieren
  • die Aufmerksamkeit bewusst zu lenken
  • ein Gefühl von Sicherheit aufzubauen
  • Selbsthypnose für konkrete Situationen zu erlernen


Hypnose ist bei medizinischen Prozeduren und den damit verbundenen Belastungen einer der vergleichsweise gut untersuchten Anwendungsbereiche.


Sie ergänzt die medizinische Behandlung und ersetzt notwendige Anästhesie, Schmerztherapie oder andere medizinische Maßnahmen nicht.

Selbsthypnose bei schwerer Erkrankung

Selbsthypnose kann ein wichtiger Bestandteil der Behandlung sein.


Sie kann helfen, eine Fähigkeit zu entwickeln, die auch außerhalb der Praxis genutzt werden kann.


Zum Beispiel:


  • vor einer Kontrolluntersuchung
  • während einer belastenden Wartezeit
  • bei innerer Unruhe
  • vor dem Einschlafen
  • bei Schmerzen
  • in Phasen starker Anspannung
  • zur regelmäßigen Stabilisierung


Gerade bei einer Erkrankung, die häufig mit dem Gefühl von Kontrollverlust verbunden ist, kann dies bedeutsam sein.


Selbsthypnose soll nicht das Gefühl vermitteln, für den Krankheitsverlauf selbst verantwortlich zu sein.


Sie soll einen realistischen eigenen Handlungsspielraum eröffnen.

Was medizinische Hypnotherapie nicht leistet

Diese Abgrenzung ist besonders wichtig.


Medizinische Hypnotherapie:


  • heilt keinen Tumor
  • stoppt keine Multiple Sklerose
  • behandelt keine koronare Gefäßerkrankung
  • ersetzt keine neurologische Behandlung
  • ersetzt keine onkologische Behandlung
  • ersetzt keine kardiologische Behandlung
  • ersetzt keine Dialyse oder Transplantationsmedizin
  • ersetzt keine notwendige Rehabilitation
  • ersetzt keine medizinische Notfallversorgung
  • garantiert keine Beschwerdefreiheit


Sie kann die Behandlung der Grunderkrankung nicht ersetzen.


Ihr möglicher Beitrag liegt in der psychosomatischen und psychotherapeutischen Begleitung.


Sie kann helfen, mit den Folgen einer Erkrankung seelisch stabiler, selbstwirksamer und weniger ausgeliefert umzugehen.


Die wissenschaftliche Evidenz ist dabei je nach Behandlungsziel unterschiedlich stark.


Besonders gut untersucht ist Hypnose bei Schmerz und medizinischen Prozeduren; für einzelne krankheitsspezifische Anwendungen ist die Studienlage deutlich begrenzter.

Für wen kann medizinische Hypnotherapie sinnvoll sein?

Eine Behandlung kann besonders dann sinnvoll sein, wenn Sie:


  • durch eine schwere oder chronische Erkrankung seelisch stark belastet sind
  • unter Krankheitsangst oder ständiger Sorge vor Verschlechterung leiden
  • Kontrolluntersuchungen als sehr belastend erleben
  • sich Ihrem Körper ausgeliefert fühlen
  • unter Schmerzen und zusätzlicher innerer Anspannung leiden
  • Schwierigkeiten haben, mit einer Diagnose oder ihren Folgen umzugehen
  • nach medizinischen Eingriffen anhaltend verunsichert sind
  • Selbsthypnose zur Unterstützung Ihrer Selbstregulation lernen möchten
  • eine aktive, ressourcenorientierte Ergänzung zu Ihrer medizinischen Behandlung suchen


Voraussetzung ist, dass die notwendige medizinische Versorgung fortgeführt wird.

Wann ist Hypnotherapie nicht ausreichend?

Hypnotherapie ist nicht die richtige oder allein ausreichende Behandlung bei:


  • akuten medizinischen Notfällen
  • ungeklärten neuen Warnzeichen
  • akuter Suizidalität
  • akuter Psychose
  • schwerer psychiatrischer Krise
  • erheblicher psychischer Instabilität
  • fehlender medizinischer Versorgung einer behandlungsbedürftigen Grunderkrankung
  • der Erwartung, Hypnose könne notwendige fachärztliche Behandlung ersetzen


Bei ausgeprägter Traumatisierung oder Dissoziation ist eine besonders sorgfältige fachliche Einordnung notwendig.


Auch starke depressive Symptome, Hoffnungslosigkeit oder akute Krisen müssen entsprechend ihrer Schwere behandelt werden.


Mehr über Grenzen und Kontraindikationen

Wie läuft die Behandlung in der Praxis ab?

Ablaufschritt eins GrafikzahlEine weiße Eins (numerische Zahl) auf dunkelblauem Untergrund

Erstgespräch

Zunächst geht es darum, Ihre Situation zu verstehen.


Welche Erkrankung liegt vor? Was belastet Sie aktuell besonders? Welche medizinische Behandlung erfolgt? Welche seelischen oder psychosomatischen Beschwerden stehen im Vordergrund?

Ablaufschritt zwei GrafikzahlEine weiße Zwei (numerische Zahl) auf dunkelblauem Untergrund

Medizinische und psychosomatische Einordnung

Gemeinsam wird geklärt:


  • Welche Beschwerden gehören zur körperlichen Erkrankung?
  • Welche psychischen Belastungen sind hinzugekommen?
  • Wo verstärken sich körperliche und seelische Faktoren gegenseitig?
  • Ist Hypnotherapie für das konkrete Anliegen geeignet?
  • Ist weitere medizinische oder psychotherapeutische Behandlung notwendig?
Ablaufschritt drei GrafikzahlEine weiße Drei (numerische Zahl) auf dunkelblauem Untergrund

Zielklärung

Das Ziel wird konkret und realistisch formuliert.


Zum Beispiel:


  • weniger Angst vor Kontrolluntersuchungen
  • besserer Umgang mit Schmerz
  • mehr innere Ruhe
  • bessere Selbstregulation
  • weniger Gefühl von Ausgeliefertsein
  • Unterstützung bei der Krankheitsverarbeitung
  • Selbsthypnose erlernen
Ablaufschritt vier GrafikzahlEine weiße Vier (numerische Zahl) auf dunkelblauem Untergrund

Hypnotherapeutische Arbeit

Die konkrete Behandlung wird individuell angepasst.


Mögliche Elemente sind:


  • Aufmerksamkeitslenkung
  • Ressourcenarbeit
  • innere Bilder
  • Körperwahrnehmung
  • Angstregulation
  • Schmerzmodulation
  • Vorbereitung auf medizinische Situationen
  • Stärkung von Selbstwirksamkeit
Ablaufschritt fünf GrafikzahlEine weiße Fünf (numerische Zahl) auf dunkelblauem Untergrund

Selbsthypnose und Übungen für den Alltag

Wenn es zum Behandlungsziel passt, können Übungen entwickelt werden, die Sie selbst anwenden können.

Ablaufschritt sechs GrafikzahlEine weiße Sech (numerische Zahl) auf dunkelblauem Untergrund

Verlaufskontrolle

Im Verlauf wird regelmäßig besprochen:


  • Was hat sich verändert?
  • Was ist hilfreich?
  • Was bleibt belastend?
  • Ist die Behandlung weiterhin sinnvoll?
  • Muss das Vorgehen angepasst werden?

Häufige Fragen

Kann Hypnose meine schwere Erkrankung heilen?

Nein.


Medizinische Hypnotherapie behandelt nicht die körperliche Grunderkrankung. Sie kann bei psychischen, psychosomatischen und symptombezogenen Belastungen unterstützend eingesetzt werden.

Ist meine Angst nach einer schweren Diagnose „normal“?

Angst, Verunsicherung und innere Belastung können nachvollziehbare Reaktionen auf eine schwere Erkrankung sein.


Entscheidend ist, wie stark sie Sie belasten und ob sie Ihren Alltag, Ihren Schlaf oder Ihre Lebensqualität dauerhaft beeinträchtigen.


Dann kann professionelle Unterstützung sinnvoll sein.

Kann Hypnose bei Krebs eingesetzt werden?

Sie kann unterstützend bei Belastungen wie Angst, Anspannung, Schmerz, Krankheitsverarbeitung oder belastenden medizinischen Situationen eingesetzt werden.


Sie behandelt nicht den Tumor und ersetzt keine onkologische Behandlung.

Kann Hypnose bei Multipler Sklerose helfen?

Hypnotherapeutische Verfahren können bei ausgewählten Beschwerden wie Schmerz, Fatigue, Schlafproblemen oder psychischer Belastung unterstützend eingesetzt werden.


Sie behandeln nicht den neurologischen Krankheitsprozess und ersetzen keine neurologische Therapie.

Was ist, wenn ich Angst vor der nächsten Kontrolluntersuchung habe?

Die Vorbereitung auf belastende Untersuchungen kann ein konkretes Behandlungsziel sein.


Dabei können unter anderem Selbsthypnose, Aufmerksamkeitslenkung und Strategien zur Regulation von Angst und körperlicher Anspannung erarbeitet werden.

Muss ich meine Erkrankung „akzeptieren“, damit eine Therapie funktioniert?

Nein.


Krankheitsverarbeitung ist kein vorgeschriebener Zustand und kein Test, den man bestehen muss.


Menschen gehen unterschiedlich mit schweren Erkrankungen um.


In der Behandlung geht es darum, einen für Sie tragfähigen Umgang mit der aktuellen Situation zu entwickeln.

Eine schwere Erkrankung betrifft den ganzen Menschen

Medizinische Behandlung richtet sich zu Recht auf die körperliche Erkrankung.


Doch eine schwere Diagnose kann auch Angst, Lebensplanung, Selbstbild, Beziehungen und das Vertrauen in den eigenen Körper verändern.


Diese Belastungen verdienen ebenfalls Aufmerksamkeit.


Medizinische Hypnotherapie kann einen ergänzenden Zugang bieten, wenn es darum geht, mit Angst, Schmerz, Kontrollverlust, innerer Anspannung und einer veränderten Lebenssituation besser umzugehen.


Nicht mit dem Versprechen, die Grunderkrankung zu heilen.


Sondern mit dem Ziel, trotz einer schwierigen medizinischen Situation wieder mehr innere Stabilität, Selbstwirksamkeit und Handlungsspielraum zu entwickeln.

Kontakt

Sie sind durch eine schwere oder chronische Erkrankung seelisch belastet und möchten wissen, ob eine psychosomatische und hypnotherapeutische Begleitung für Sie sinnvoll sein kann?


In einem Erstgespräch können Ihre Situation, Ihre medizinische Behandlung und Ihre persönlichen Behandlungsziele sorgfältig eingeordnet werden.

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Icon Kontakt & AnfahrtSymbol eines Kartenmarkers über einer Straße mit einem Telefonhörer daneben.

Quellen und weiterführende Informationen

Die folgenden Quellen dienen der medizinischen und wissenschaftlichen Einordnung der dargestellten Inhalte. Die Auswahl ist keine vollständige Bibliografie und ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung.

Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF). Psychoonkologische Diagnostik, Beratung und Behandlung von erwachsenen Krebspatient*innen. S3-Leitlinie, Version 2.1, 2023, AWMF-Registernummer 032-051OL.

Maßgebliche Quelle für Belastungsscreening, Beratung und psychoonkologische Behandlung im gesamten Verlauf einer Krebserkrankung; gültig bis 30.05.2028.

Sine H, et al. The Effect of Hypnosis on the Intensity of Pain and Anxiety in Cancer Patients: A Systematic Review of Controlled Experimental Trials. 2022. PMID 34698595.

Beschreibt vielversprechende, aber wegen Studiendesign und Verzerrungsrisiken nicht eindeutige Ergebnisse zu Schmerz und Angst.

Vayne-Bossert P. Hypnosis for Symptom Management in Adult Cancer Patients. Current Oncology Reports. 2024. PMID 38236333.

Klinische Übersicht zu symptomorientierten Einsatzmöglichkeiten; kein Beleg für eine Behandlung oder Beeinflussung der Tumorerkrankung selbst.

Jones HG, Rizzo RRN, Pulling BW, et al. Adjunctive use of hypnosis for clinical pain: a systematic review and meta-analysis. Pain Reports. 2024;9(5):e1185. DOI 10.1097/PR9.0000000000001185. PMID 39263007.

Unterstützt eine zurückhaltende Darstellung als ergänzenden Baustein der Symptom- und Schmerzbewältigung.

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Telefonische Sprechzeit:

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