Impressionen Praxis Dunja Schmidt
Ein Pfeifen.
Ein Rauschen.
Ein Summen, Zischen oder Brummen.
Für manche Menschen ist ein Tinnitus nur gelegentlich wahrnehmbar und wenig belastend. Für andere wird das Ohrgeräusch zu einem ständigen Begleiter, der Aufmerksamkeit, Schlaf, Konzentration und Lebensqualität erheblich beeinträchtigen kann.
Besonders belastend ist häufig nicht nur das Geräusch selbst.
Auch die Reaktion darauf kann immer mehr Raum einnehmen:
So kann sich ein Kreislauf aus Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Angst, Anspannung und noch stärkerer Beschäftigung mit dem Tinnitus entwickeln.
Medizinische Hypnotherapie kann ergänzend dabei unterstützen, die Aufmerksamkeit flexibler zu lenken, innere Alarmreaktionen zu reduzieren, mit dem Ohrgeräusch anders umzugehen und Selbstregulation zu stärken.
Dabei ist eine wichtige Grenze klar:
Hypnotherapie kann nicht versprechen, das Ohrgeräusch zu beseitigen.
Das therapeutische Ziel liegt häufig vielmehr darin, die Belastung durch den Tinnitus zu verringern und wieder mehr Ruhe, Handlungsspielraum und Lebensqualität zu entwickeln.
Eine HNO-ärztliche beziehungsweise audiologische Abklärung wird dadurch nicht ersetzt. Die aktuelle deutsche S3-Leitlinie stellt bei chronischem Tinnitus eine fundierte Diagnostik, Beratung, tinnitusspezifische Psychotherapie und die Behandlung einer gegebenenfalls bestehenden Hörminderung in den Mittelpunkt.
Tinnitus bezeichnet die Wahrnehmung eines Geräusches, für das keine entsprechende äußere Schallquelle vorhanden ist.
Das Geräusch kann sehr unterschiedlich erlebt werden.
Zum Beispiel als:
Manche Menschen nehmen den Tinnitus nur in ruhigen Situationen wahr. Andere hören ihn nahezu ständig. Auch die subjektive Belastung kann sehr unterschiedlich sein.
Ein vergleichbares Ohrgeräusch kann für einen Menschen kaum störend und für einen anderen außerordentlich belastend sein.
Deshalb ist bei chronischem Tinnitus nicht allein die Frage wichtig:
„Wie laut ist das Geräusch?“
Sondern auch:
„Wie stark bestimmt es Aufmerksamkeit, Gefühle, Schlaf und Alltag?“
Die aktuelle S3-Leitlinie unterscheidet entsprechend nicht nur das Ohrgeräusch selbst, sondern berücksichtigt auch Tinnitusbelastung, psychosomatische Begleiterkrankungen und die individuelle Lebenssituation.
Ein Tinnitus ist keine Einbildung.
Auch wenn andere Menschen das Geräusch nicht hören können, ist die Wahrnehmung für die betroffene Person real.
Tinnitus ist ein Symptom des auditorischen Systems und kann in unterschiedlichen Zusammenhängen auftreten.
Dazu können beispielsweise gehören:
Bei vielen Menschen mit chronischem Tinnitus lässt sich jedoch keine einzelne Ursache finden, die das gesamte Beschwerdeerleben erklärt.
Das bedeutet nicht, dass der Tinnitus „psychisch verursacht“ ist.
Psychische Faktoren können jedoch erheblich beeinflussen:
Genau an diesen beeinflussbaren Bereichen können psychosomatische und psychotherapeutische Verfahren ansetzen. Die deutsche S3-Leitlinie empfiehlt bei chronischem Tinnitus insbesondere tinnitusspezifische psychotherapeutische Verfahren zur Verringerung der Tinnitusbelastung und Verbesserung der Lebensqualität.
Ein wichtiger therapeutischer Gedanke ist die Unterscheidung zwischen:
Ein Mensch kann beispielsweise einen Tinnitus weiterhin wahrnehmen und gleichzeitig erleben, dass:
Das bedeutet nicht, dass der Tinnitus „weg“ ist.
Es bedeutet, dass sich die Beziehung zum Tinnitus verändern kann.
Genau diese Verringerung der Tinnitusbelastung ist ein zentrales Ziel evidenzbasierter psychotherapeutischer Tinnitusbehandlung.
Die aktuelle Leitlinie beschreibt als sinnvolles Therapieziel, dass der Tinnitus im täglichen Leben möglichst keine wesentliche Rolle mehr spielen sollte.
Aufmerksamkeit ist ein begrenztes System. Unser Gehirn entscheidet fortlaufend:
Ein neuer oder als bedrohlich erlebter Tinnitus erhält häufig besonders viel Aufmerksamkeit. Das ist zunächst nachvollziehbar. Ein unbekanntes Geräusch im eigenen Kopf oder Ohr kann beunruhigend sein. Die Aufmerksamkeit richtet sich darauf:
Je häufiger das Geräusch überprüft wird, desto stärker kann es subjektiv in den Mittelpunkt rücken. Das bedeutet nicht, dass Aufmerksamkeit den Tinnitus einfach erzeugt. Aber Aufmerksamkeit kann beeinflussen, wie präsent ein vorhandenes Geräusch erlebt wird.
Psychotherapeutische Verfahren bei Tinnitus arbeiten deshalb unter anderem daran, Aufmerksamkeit, Bewertung und Reaktion auf das Ohrgeräusch zu verändern.
Ein Geräusch kann unterschiedliche Bedeutungen bekommen. Ein neutral wahrgenommenes Geräusch wird möglicherweise kaum beachtet.
Ein Geräusch, das mit Gefahr verbunden wird, erhält dagegen sofort Aufmerksamkeit.
Beim Tinnitus können Gedanken entstehen wie:
Solche Gedanken sind angesichts einer belastenden Situation verständlich.
Sie können jedoch die innere Alarmreaktion verstärken. Ein möglicher Kreislauf kann entstehen:
Psychotherapeutische Tinnitusbehandlung zielt unter anderem darauf, solche belastenden Reaktionsmuster zu verändern. Die deutsche Leitlinie beschreibt gerade Hilflosigkeit, Kontrollverlust, Stress und Angst als relevante Faktoren der Tinnitusbelastung.
Viele Menschen mit Tinnitus erleben, dass das Ohrgeräusch in Phasen von Stress oder Anspannung stärker in den Vordergrund tritt.
Das bedeutet nicht unbedingt, dass sich die zugrunde liegende akustische Aktivität im gleichen Maß objektiv verändert.
Möglich ist auch, dass:
Viele Betroffene beschreiben deshalb:
„Wenn ich gestresst bin, ist der Tinnitus lauter.“
Oder:
„Wenn ich entspannt bin, kann ich ihn manchmal besser ausblenden.“
Diese subjektive Erfahrung ist therapeutisch relevant.
Denn auch wenn der Tinnitus selbst nicht vollständig kontrolliert werden kann, können Stressreaktion, Aufmerksamkeit und Umgang mit dem Geräusch beeinflussbar sein.
Gerade nachts kann ein Tinnitus besonders deutlich wahrgenommen werden. Die Umgebung wird ruhiger. Äußere Reize treten zurück. Die Aufmerksamkeit richtet sich stärker nach innen. Gleichzeitig entsteht möglicherweise der Gedanke:
„Ich muss jetzt schlafen — aber wegen des Tinnitus kann ich nicht.“
Daraus kann ein belastender Kreislauf entstehen:
Schlafstörungen sind deshalb bei chronischem Tinnitus ein wichtiger Begleitfaktor und sollten bei der Behandlung berücksichtigt werden. Die S3-Leitlinie erfasst Insomnie ausdrücklich als relevante mögliche Komorbidität des chronischen Tinnitus.
Hypnotherapeutische Arbeit kann dabei unterstützen:
Eine Garantie für störungsfreien Schlaf kann jedoch nicht gegeben werden.
Ein stark belastender chronischer Tinnitus kann mit:
verbunden sein.
Eine aktuelle systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse bestätigt deutliche Zusammenhänge zwischen Tinnitus und psychischer Belastung, darunter Angst, Depression, Stress und Schlafprobleme.
Dabei ist wichtig:
Nicht jede psychische Belastung ist automatisch „Folge des Tinnitus“.
Und nicht jeder Tinnitus ist psychisch verursacht.
Körperliche und psychische Faktoren können sich gegenseitig beeinflussen.
Bei ausgeprägter Angst, Depression oder anderer psychischer Symptomatik muss deshalb nicht nur der Tinnitus betrachtet werden.
Auch die psychische Belastung selbst verdient eine angemessene Behandlung.
Im Zusammenhang mit chronischem Tinnitus wird häufig der Begriff Habituation verwendet.
Habituation bedeutet Gewöhnung.
Dabei geht es nicht darum, das Ohrgeräusch zu verleugnen.
Es geht darum, dass ein wiederkehrender Reiz mit der Zeit weniger Aufmerksamkeit und weniger emotionale Reaktion auslösen kann.
Ein einfaches Beispiel aus dem Alltag:
Menschen nehmen anfangs möglicherweise eine neue Uhr, ein Lüftungsgeräusch oder Verkehrslärm sehr deutlich wahr.
Wenn das Geräusch keine besondere Bedeutung erhält, kann es später zunehmend in den Hintergrund treten.
Bei Tinnitus ist dieser Prozess komplexer.
Das Ohrgeräusch kann emotional stark besetzt sein.
Angst, Ärger und Kontrollverlust können verhindern, dass es an Bedeutung verliert.
Ein therapeutisches Ziel kann deshalb sein:
Der Tinnitus darf wahrnehmbar sein, ohne ständig im Zentrum des Erlebens zu stehen.
Die S3-Leitlinie beschreibt die allmähliche Habituation an das Ohrgeräusch als ein mögliches Ziel tinnitusspezifischer psychotherapeutischer Behandlung.
Manche Menschen verstehen den Satz:
„Sie müssen lernen, damit zu leben.“
als:
„Es gibt nichts, was man für Sie tun kann.“
Das ist nicht das Ziel einer guten psychosomatischen Behandlung.
Habituation bedeutet nicht:
Es geht vielmehr darum, den Einfluss des Tinnitus auf das eigene Leben zu verändern.
Ein möglicher therapeutischer Prozess kann bedeuten:
Der Tinnitus muss dafür nicht zwingend vollständig verschwinden.
Viele Menschen versuchen verständlicherweise, den Tinnitus ständig loszuwerden.
Sie prüfen:
Eine gewisse Beobachtung kann medizinisch sinnvoll sein.
Wenn jedoch das gesamte Leben zur fortlaufenden Kontrolle des Tinnitus wird, kann dies zusätzlichen Stress erzeugen.
Dann entsteht möglicherweise ein paradoxes Problem:
Je wichtiger es wird, nicht an den Tinnitus zu denken, desto stärker wird er beobachtet.
Hypnotherapeutische Arbeit kann dabei helfen, aus diesem permanenten inneren Kampf auszusteigen.
Nicht durch den Befehl:
„Ignorieren Sie den Tinnitus.“
Sondern durch einen flexibleren Umgang mit Aufmerksamkeit und Bewertung.
Medizinische Hypnotherapie kann bei chronischem Tinnitus an verschiedenen psychischen und psychosomatischen Prozessen ansetzen.
Mögliche therapeutische Ziele sind:
Wichtig ist die wissenschaftliche Einordnung:
Hypnose ist derzeit keine leitliniengestützte Standardbehandlung des chronischen Tinnitus.
Die spezifische Studienlage ist deutlich kleiner als beispielsweise bei Schmerz oder medizinischen Eingriffen. Es gibt ältere kleine kontrollierte Studien und weitere klinische Untersuchungen mit Hinweisen auf mögliche Verbesserungen bei einzelnen Patientinnen und Patienten. Eine wissenschaftliche Übersichtsarbeit bezeichnete die Hypnoseforschung bei Tinnitus jedoch ausdrücklich als noch unzureichend, um ihre Wirksamkeit zuverlässig mit etablierten Behandlungsverfahren zu vergleichen.
Deshalb wird Hypnotherapie bei Tinnitus seriös als ergänzender individueller Ansatz eingeordnet — nicht als nachgewiesene Methode zur Beseitigung des Ohrgeräusches.
Ein Tinnitus kann Aufmerksamkeit stark binden.
Hypnotherapeutische Arbeit kann helfen, Aufmerksamkeit bewusster zu verändern.
Mögliche Ansätze sind:
Das Ziel ist nicht:
„Ich darf den Tinnitus niemals hören.“
Sondern:
„Der Tinnitus muss nicht jederzeit meine gesamte Aufmerksamkeit bestimmen.“
Ein Geräusch kann besonders belastend sein, wenn es mit:
verbunden ist.
Hypnotherapeutische Arbeit kann dabei helfen, diese emotionalen Verknüpfungen zu bearbeiten.
Mögliche Ziele sind:
Das Ohrgeräusch muss dafür nicht unmittelbar verschwinden.
Eine Veränderung kann auch darin bestehen, dass es emotional weniger Macht erhält.
Bei wiederkehrender Migräne kann der Körper zunehmend unter einem Gefahrenblick beobachtet werden.
Hypnotherapie kann helfen, Körperwahrnehmung differenzierter zu gestalten.
Das bedeutet:
Ziel ist nicht, medizinisch wichtige Symptome zu ignorieren.
Es geht um einen weniger angstbesetzten und zugleich aufmerksamen Umgang mit dem eigenen Körper.
Innere Bilder können körperliches und emotionales Erleben beeinflussen.
In der Hypnotherapie können deshalb individuell passende Vorstellungen entwickelt werden.
Das können beispielsweise Bilder sein von:
Welche Bilder hilfreich sind, ist individuell.
Es gibt kein Standardbild, das bei allen Menschen mit Migräne gleichermaßen funktioniert.
Wer einen Tinnitus als Gefahr erlebt, kann körperlich in dauerhafter Alarmbereitschaft bleiben.
Mögliche Folgen sind:
Hypnotherapeutische Verfahren können genutzt werden, um Beruhigungs- und Regulationsprozesse gezielter zugänglich zu machen.
Dabei kann gearbeitet werden mit:
Viele Betroffene erleben einen ständigen inneren Widerstand:
„Der Tinnitus muss weg.“
Dieser Wunsch ist verständlich.
Wenn das Geräusch jedoch nicht verschwindet, kann der fortlaufende Kampf dagegen immer wieder:
auslösen.
Hypnotherapie kann helfen, einen anderen inneren Umgang zu entwickeln.
Dabei geht es nicht um Kapitulation.
Es geht um die Frage:
Kann ich aufhören, jede Minute meines Lebens gegen dieses Geräusch kämpfen zu müssen?
Wenn der Tinnitus vor allem in ruhiger Umgebung oder im Bett besonders belastend wird, kann die Schlafvorbereitung ein konkretes Behandlungsziel sein.
Hypnotherapeutische Arbeit kann dabei unterstützen:
Dabei muss eine bestehende eigenständige Schlafstörung gegebenenfalls zusätzlich behandelt werden.
Chronischer Tinnitus kann das Gefühl erzeugen:
„Ich bin diesem Geräusch ausgeliefert.“
Ein wichtiges therapeutisches Ziel kann deshalb sein, reale Einflussmöglichkeiten wieder wahrzunehmen.
Zum Beispiel:
Selbstwirksamkeit bedeutet nicht:
„Ich kann den Tinnitus jederzeit ausschalten.“
Sondern:
„Ich kann beeinflussen, wie viel Raum er in meinem Erleben bekommt.“
Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten.
Einige Patientinnen und Patienten berichten im Rahmen hypnotischer Verfahren über Veränderungen der subjektiv wahrgenommenen Lautheit.
Andere erleben vor allem:
Die bisherige spezifische Hypnoseforschung bei Tinnitus ist klein und methodisch nicht ausreichend, um eine zuverlässige allgemeine Aussage zu treffen. Deshalb wäre das Versprechen:
„Hypnose macht den Tinnitus leiser.“
wissenschaftlich nicht angemessen.
Ein realistisches Behandlungsziel kann dagegen sein:
Der Tinnitus muss mein Leben weniger bestimmen.
Selbsthypnose kann ein Bestandteil der Behandlung sein.
Sie ermöglicht es, bestimmte therapeutische Fähigkeiten auch außerhalb der Praxis zu nutzen.
Eine Selbsthypnose kann beispielsweise enthalten:
Die konkrete Gestaltung wird individuell angepasst.
Ein häufiges Missverständnis wäre:
„Ich muss mich nur stark genug hypnotisieren, dann darf ich den Tinnitus nicht mehr hören.“
Dieser Leistungsdruck kann kontraproduktiv sein.
Selbsthypnose muss nicht bedeuten, das Geräusch vollständig auszublenden.
Sie kann vielmehr helfen:
Bei Selbsthypnose kann es hilfreich sein, nicht nach jeder Übung sofort zu prüfen:
„Ist der Tinnitus jetzt leiser?“
„Hat es funktioniert?“
„Warum ist er noch da?“
Eine solche permanente Erfolgskontrolle kann die Aufmerksamkeit erneut auf das Ohrgeräusch lenken.
Stattdessen kann beobachtet werden:
Das sind ebenfalls therapeutisch relevante Veränderungen.
Tinnitus kann gemeinsam mit einer Hörminderung auftreten.
Deshalb gehört eine audiologische beziehungsweise HNO-ärztliche Abklärung zu einer verantwortungsvollen Behandlung.
Eine bestehende Hörminderung sollte nicht übersehen werden.
Die deutsche S3-Leitlinie berücksichtigt die Behandlung einer begleitenden Hörminderung ausdrücklich als wichtigen Bestandteil der Tinnitusversorgung. Bei entsprechender Indikation können Hörsysteme beziehungsweise bei hochgradiger Schwerhörigkeit oder Ertaubung weitere hörrehabilitative Maßnahmen relevant sein.
Hypnotherapie ersetzt keine:
Diese Unterscheidung ist wichtig.
Ein chronischer, medizinisch abgeklärter Tinnitus stellt eine andere Situation dar als ein plötzlich neu auftretendes Ohrgeräusch.
Besonders wenn ein akuter Tinnitus mit einem plötzlichen Hörverlust auftritt, ist eine zeitnahe medizinische Abklärung notwendig.
Die S3-Leitlinie zum chronischen Tinnitus verweist bei akut auftretendem Tinnitus in Verbindung mit plötzlichem Hörverlust ausdrücklich auf die entsprechende medizinische Versorgung des akuten Hörverlusts.
Hypnotherapie ist in einer solchen Situation kein Ersatz für die notwendige medizinische Diagnostik.
Ein neu auftretender Tinnitus sollte medizinisch eingeordnet werden.
Besondere Aufmerksamkeit ist erforderlich, wenn zusätzlich beispielsweise auftreten:
Die konkrete Dringlichkeit hängt von der individuellen Situation ab.
Bei plötzlich auftretender Hörminderung oder anderen akuten Auffälligkeiten sollte die medizinische Abklärung nicht durch den Versuch einer hypnotherapeutischen Selbstbehandlung verzögert werden.
Eine seriöse Behandlung verspricht nicht:
Auch die Aussage:
„Der Tinnitus ist nur psychisch.“
ist fachlich falsch und stigmatisierend.
Tinnitus ist ein reales Symptom.
Psychische und psychosomatische Faktoren können jedoch entscheidend beeinflussen, wie belastend dieses Symptom erlebt wird.
Die wissenschaftliche Studienlage zur Hypnose bei Tinnitus ist derzeit begrenzt.
Es gibt:
Einige dieser Arbeiten berichten positive Veränderungen bei einem Teil der behandelten Patientinnen und Patienten. Die Studien sind jedoch insgesamt klein, methodisch unterschiedlich und nicht ausreichend, um Hypnose als etablierte Standardbehandlung des Tinnitus einzuordnen.
Bereits eine wissenschaftliche Übersichtsarbeit zur klinischen Hypnose bei Tinnitus kam zu dem Ergebnis, dass mögliche positive Effekte zwar untersucht wurden, die Forschung aber nicht ausreicht, um die Methode verlässlich mit etablierten Behandlungsansätzen zu vergleichen.
Auch die aktuelle deutsche S3-Leitlinie führt Hypnose nicht unter den zentral empfohlenen evidenzbasierten Behandlungen des chronischen Tinnitus auf. Im Mittelpunkt stehen eine fundierte Diagnostik, Beratung, tinnitusspezifische psychotherapeutische Verfahren und die Behandlung einer gegebenenfalls bestehenden Hörminderung.
Die seriöse Schlussfolgerung lautet deshalb:
Medizinische Hypnotherapie kann bei ausgewählten Patientinnen und Patienten als ergänzender Ansatz zur Arbeit an Tinnitusbelastung, Aufmerksamkeit, Angst, Stress und Selbstregulation eingesetzt werden. Eine zuverlässige Beseitigung des Ohrgeräusches kann daraus wissenschaftlich nicht abgeleitet werden.
Die Behandlung richtet sich nach:
Die aktuelle deutsche S3-Leitlinie nennt insbesondere:
als zentrale Bestandteile einer evidenzorientierten Versorgung.
Psychologische Behandlungen, insbesondere kognitiv-verhaltenstherapeutische Ansätze, gehören auch international zu den am konsistentesten empfohlenen Verfahren zur Verringerung tinnitusbezogener Belastung.
Medizinische Hypnotherapie sollte deshalb nicht als Konkurrenz zu diesen Verfahren dargestellt werden.
Sie kann — bei entsprechender Indikation — einen zusätzlichen therapeutischen Zugang bieten.
Eine hypnotherapeutische Begleitung kann besonders dann sinnvoll sein, wenn Sie:
Entscheidend ist nicht allein die Diagnose Tinnitus.
Entscheidend ist das konkrete Behandlungsziel.
Hypnotherapie ist nicht die richtige oder allein ausreichende Behandlung bei:
Bei ausgeprägter Depression, Angststörung oder anderer psychischer Begleiterkrankung kann eine gezielte psychotherapeutische oder psychiatrische Behandlung notwendig sein.
Die aktuelle S3-Leitlinie empfiehlt, relevante psychische Komorbiditäten entsprechend ihrer jeweiligen fachlichen Leitlinien und durch qualifizierte Fachdisziplinen mitzubehandeln.
Zunächst geht es darum, Ihre individuelle Situation zu verstehen.
Besprochen werden können:
Gemeinsam wird geklärt:
Im nächsten Schritt kann genauer betrachtet werden:
Dabei geht es nicht um die Suche nach einer einzigen psychischen Ursache.
Ziel ist ein individuelles Verständnis des Belastungskreislaufs.
Mögliche Ziele können sein:
Ein realistisches Ziel lautet nicht zwingend:
„Der Tinnitus muss verschwinden.“
Ein ebenso bedeutsames Ziel kann sein:
„Der Tinnitus soll mein Leben weniger bestimmen.“
Je nach Behandlungsziel können eingesetzt werden:
Die Behandlung wird individuell angepasst.
Wenn es zum Behandlungsziel passt, können persönliche Übungen für den Alltag entwickelt werden.
Dabei kann es beispielsweise darum gehen:
Im Verlauf wird gemeinsam betrachtet:
Nicht nur die subjektive Lautheit des Tinnitus ist dabei ein mögliches Erfolgskriterium.
Auch eine geringere Belastung und mehr Lebensqualität können wesentliche therapeutische Fortschritte sein.
Eine Heilung des Tinnitus durch Hypnose kann nicht versprochen werden.
Die spezifische wissenschaftliche Studienlage ist begrenzt.
Medizinische Hypnotherapie kann ergänzend an Aufmerksamkeit, Stress, Angst, innerer Anspannung und dem Umgang mit dem Ohrgeräusch arbeiten.
Einzelne Menschen berichten über Veränderungen der subjektiv wahrgenommenen Lautheit.
Das kann jedoch nicht garantiert werden.
Ein realistisches therapeutisches Ziel kann auch darin bestehen, dass der Tinnitus weniger belastend und weniger dominant erlebt wird.
Tinnitus ist kein eingebildetes und kein rein psychisches Symptom.
Psychische Faktoren können jedoch erheblich beeinflussen, wie belastend das Ohrgeräusch erlebt wird.
Deshalb können psychotherapeutische und psychosomatische Verfahren sinnvoll sein.
Stress kann Aufmerksamkeit, körperliche Anspannung, Schlaf und emotionale Reaktionen beeinflussen.
Dadurch kann ein vorhandener Tinnitus subjektiv stärker in den Vordergrund treten.
Das bedeutet nicht zwingend, dass sich das zugrunde liegende Ohrgeräusch objektiv im gleichen Maß verändert hat.
Habituation bedeutet, dass das Ohrgeräusch zunehmend weniger Aufmerksamkeit und emotionale Reaktion auslöst.
Der Tinnitus kann dabei weiterhin wahrnehmbar sein, aber im Alltag deutlich weniger Bedeutung erhalten.
Selbsthypnose kann zur Regulation von Aufmerksamkeit, Anspannung und emotionaler Belastung eingesetzt werden.
Eine sichere Beseitigung des Tinnitus kann damit nicht versprochen werden.
Nein.
Das bewusste Bemühen, ein Geräusch um jeden Preis nicht wahrzunehmen, kann zusätzlichen Druck erzeugen.
Therapeutisch geht es eher darum, die Aufmerksamkeit flexibler zu gestalten und dem Tinnitus nach Möglichkeit weniger Bedeutung und weniger Macht über den Alltag zu geben.
Ja, ein neu aufgetretener Tinnitus sollte medizinisch eingeordnet werden.
Besonders bei gleichzeitig plötzlich auftretender Hörminderung oder anderen akuten Auffälligkeiten steht die zeitnahe medizinische Abklärung im Vordergrund.
Nein.
Die aktuelle deutsche S3-Leitlinie zum chronischen Tinnitus führt Hypnose nicht als zentrale evidenzbasierte Standardbehandlung auf.
Im Mittelpunkt stehen insbesondere Diagnostik, Beratung, tinnitusspezifische Psychotherapie und die Behandlung einer gegebenenfalls bestehenden Hörminderung.
Hypnotherapie kann bei ausgewählten Patientinnen und Patienten als ergänzender individueller Ansatz eingesetzt werden.
Tinnitus ist real.
Er ist nicht eingebildet.
Und ein stark belastender chronischer Tinnitus kann das Leben erheblich beeinträchtigen.
Gleichzeitig sind das Ohrgeräusch und die Belastung durch das Ohrgeräusch nicht zwangsläufig dasselbe.
Aufmerksamkeit, Angst, Stress, Schlaf, emotionale Bewertung und das Gefühl von Kontrollverlust können beeinflussen, wie viel Raum der Tinnitus im täglichen Leben einnimmt.
Medizinische Hypnotherapie kann an diesen beeinflussbaren Prozessen ansetzen.
Nicht mit dem Versprechen:
„Wir hypnotisieren den Tinnitus weg.“
Sondern mit dem realistischeren Ziel:
„Der Tinnitus soll weniger Macht über Aufmerksamkeit, Gefühle und Alltag haben.“
Für manche Patientinnen und Patienten kann dies ein sinnvoller ergänzender Weg sein.
Voraussetzung sind eine angemessene medizinische Abklärung, realistische Erwartungen und eine individuelle Prüfung, ob Hypnotherapie zum jeweiligen Behandlungsziel passt.
Sie leben mit einem chronischen Tinnitus und möchten wissen, ob medizinische Hypnotherapie für Ihre individuelle Situation eine sinnvolle Ergänzung sein kann?
In einem Erstgespräch können Ihre bisherige medizinische Abklärung, Ihre aktuelle Tinnitusbelastung und Ihre persönlichen Behandlungsziele sorgfältig eingeordnet werden.
Arztpraxis Dunja Schmidt
Wilhelmstraße 13
46483 Wesel
Anwendungsbereiche & Beschwerden
Sie haben Schmerzen und keiner findet etwas. Ihre Erkrankung belastet Sie psychisch und Sie wissen nicht genau wo Sie ansetzen sollten, um Ihr Anliegen richtig zu adressieren?!
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Somatoforme Beschwerden…
…sind körperliche Beschwerden ohne ausreichenden Befund und müssen trotz fehlender Erklärung und Diagnostik ernst genommen werden, da sie real und nicht eingebildet sind.
Körperliche Erkrankungen & psychische Faktoren
Bei stresssensitiven Erkrankungen kann medizinische Hypnose helfen, Stressreaktionen zu reduzieren, die Körperwahrnehmung zu verändern und den Umgang mit Beschwerden zu verbessern.
Schwere Erkrankungen & Krankheitsverarbeitung
Tumorerkrankungen, Multiple Sklerose, koronare Herzerkrankung, neurologische Erkrankungen, Long COVID / ME/CFS, Dialyse, Transplantation oder intensivmedizinische Erfahrungen können seelisch stark belasten.
Hypnotherapeutische Verfahren können helfen, innere Stabilität, Körpervertrauen und Selbstregulation zu stärken.
Migräne & Hypnose
Migräne ist real und neurologisch ernst zu nehmen.
Medizinische Hypnotherapie setzt ergänzend dort an, wo Stress, Schmerzverarbeitung, Anspannung, Körperwahrnehmung und Krankheitsbewältigung eine Rolle spielen.
Reizdarm & Darmerkrankungen
Bei Reizdarm, chronisch-entzündlichen Erkrankungen und funktionellen Darmbeschwerden können Krämpfe, Bauchschmerzen, Durchfall, Verstopfung, Schamgefühl und Kontrollverlust den Alltag stark beeinträchtigen.
Hypnotherapeutische Verfahren können hilfreich sein, um Körperwahrnehmung, Stressreaktionen, die Darm-Hirn-Achse und den Umgang mit Beschwerden positiv zu beeinflussen.
Tinnitus & Hypnose
Tinnitus ist nicht eingebildet, sondern real. Ein stark belastender chronischer Tinnitus kann das Leben erheblich beeinträchtigen.
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Dann sind Sie hier richtig und können auf der Unterseite weiter lesen.
Neurodermitis & Hypnose
Bei Neurodermitis können Juckreiz, Kratzimpulse, Schlafprobleme, Schamgefühl und Stress einander bedingen. Die chronisch-entzündliche Hauterkrankung benötigt weiterhin eine dermatologische Behandlung.
Medizinische Hypnotherapie kann ergänzend eingesetzt werden, um Aufmerksamkeit auf Juckreiz, Kratzimpulse, Stressregulation und alternative Reaktionen zu bearbeiten.
Allergien & Hypnose
Allergien sind Erkrankungen, die immunologisch vermittelt und nicht durch psychische Belastung verursacht werden.
Stress und innere Anspannung können bei manchen Betroffenen jedoch das subjektive Beschwerdeerleben, die Aufmerksamkeit auf Symptome und den Umgang mit der Erkrankung beeinflussen.
Medizinische Hypnotherapie behandelt nicht die allergische Sensibilisierung und ersetzt keine allergologische Behandlung.
Sie kann ergänzend bei Stressregulation, Krankheitsbewältigung und zur besseren Selbstregulation eingesetzt werden.
Zahnarztangst, Bruxismus & CMD
Zahnarztangst, Würgereiz, Kieferanspannung, Zähnepressen, Zähneknirschen und Beschwerden im Kausystem können stark mit Anspannung, Stress, körperlicher Alarmbereitschaft und der Angst vor Kontrollverlust verbunden sein.
Zahnarztangst, Würgereiz, Kieferanspannung, Zähnepressen, Zähneknirschen und Beschwerden im Kausystem können stark mit Anspannung, Stress, körperlicher Alarmbereitschaft und der Angst vor Kontrollverlust verbunden sein.
Medizinische Hypnose und Selbsthypnose können ergänzend dabei unterstützen, Angst und Anspannung zu regulieren sowie beim Wachbruxismus Pressmuster früher wahrzunehmen und alternative Reaktionen einzuüben.
Essstörungen & belastetes Essverhalten
Essstörungen und belastetes Essverhalten sind keine Frage von Disziplin oder Willenskraft.
Sie können mit Scham, Körperablehnung, innerer Anspannung, Selbstwertproblemen, Kontrollverlust, Angst, depressiven Symptomen und körperlichen Risiken verbunden sein.
Medizinische Hypnotherapie kann hier nur ergänzend und sorgfältig eingeordnet eingesetzt werden. Im Mittelpunkt stehen Selbstwert, Körperwahrnehmung, Emotionsregulation, Scham, Essdruck, Kontrollverlust und innere Sicherheit.
Chronische Schmerzen & Hypnose
Chronische Schmerzen sind real.
Auch wenn kein ausreichender organischer Befund existiert, können Nervensystem, Verarbeitung von Stress, Aufmerksamkeit und Schmerzgedächtnis eine zentrale Rolle spielen.
Mental Wellness durch Selbsthypnose
Selbsthypnose für innere Ruhe und Stressregulation:
Ein ärztlich geleitetes Gruppenangebot, das darauf zielt, Handlungsmöglichkeiten, Selbstwirksamkeit und Resilienz im Alltag zu fördern.
Raucherentwöhnung mit Hypnose
Mit dem Rauchen aufhören. Den Rauchstopp mit medizinischer Hypnose unterstützen:
Strukturiertes Angebot zu Gewohnheiten, Auslösern, Stress und Rückfallprophylaxe.
Als Einzeltherapie oder in Kleingruppe.
Mit Schmerzen leichter leben durch Hypnose
Ärztlich angeleitetes Gruppenangebot für Menschen mit med. abgeklärten chronischen Schmerzen, die Selbsthypnose erlernen möchten.
Ziele:
Selbsthypnose lernen
Selbsthypnose ist kein magisches Verfahren, sondern ein erlernbares Werkzeug.
Medizinisch angeleitete Selbsthypnose sicher und individuell lernen:
Eine trainierbare Methode für mehr Selbstregulation & Handlungsmöglichkeiten, deren Nutzen vom Ziel, der Indikation und der persönlichen Situation abhängt.
Selbsthypnose & Gruppenangebote
Selbsthypnose ist keine passive Behandlung und keine besondere „Begabung“, sondern:
Eine erlernbare Methode zur bewußten Arbeit mit:
Gruppenangebote zu den Themenbereichen Raucherentwöhnung, Mental Wellness, und „mit Schmerzen leichter leben durch Hypnose“ ermöglichen Ihnen das strukturierte Erlernen und Einüben solcher Fähigkeiten in einem klar definierten Rahmen.
Was ist medizinische Hypnose?
Medizinische Hypnose verständlich erklärt: Trance, fokussierte Aufmerksamkeit, Suggestion, Kontrolle sowie Unterschiede zu Schlaf und Showhypnose.
Hypnosearten im Überblick
Klassische, ericksonsche und weitere Hypnosearten verständlich erklärt – mit Einsatzgebieten, Unterschieden sowie medizinischen und ethischen Grenzen.
Showhypnose vs. medizinische Hypnose
Medizinische Hypnose und Show-Hypnose unter-scheiden sich deutlich. Erfahren Sie mehr über Ziele, Rahmen, Kontrolle, Ethik und therapeutische Verantwortung.
Ablauf einer Hypnotherapie
Wie eine medizinische Hypnotherapie abläuft: Erstgespräch, Indikationsprüfung, Zielklärung, Hypnose, Rückorientierung, Nachbesprechung und Selbsthypnose.
Grenzen & Kontraindikationen
Wann medizinische Hypnose ungeeignet oder nur nach sorgfältiger Abklärung sinnvoll ist – mit Hinweisen zu Krisen, Psychosen, Dissoziation und Diagnostik.
Wissenschaftliche Grundlagen
Was die Forschung über medizinische Hypnose zeigt:
Häufige Fragen
Antworten auf häufige Fragen zu Kontrolle, Erinnerung, Wirksamkeit, Risiken, Sitzungsdauer, Selbsthypnose und dem Ablauf einer medizinischen Hypnotherapie.
Wissen & Fragen Übersicht
Diese Seite bietet Orientierung über die aufbereiteten Wissensbereiche bezüglich medizinischer Hypnotherapie.
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